Rezension | Mein bester letzter Sommer - Anne Freytag

by - 8/09/2017


Mein bester letzter Sommer | von Anne Freytag | Verlag: Heyne | erschienen am 08.03.2016 | Übersetzer: - | Hardcover | 368 Seiten | 14.99€ (D) Kaufen?  | Meine Wertung: ★★ 2 Sterne



Wann du die große Liebe triffst, kannst du dir nicht aussuchen. Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind … (Quelle: Verlag)

Meine Meinung 

Ich bin ehrlich, das Buch habe ich nur zur Hand genommen, weil ich es überraschend vom Heyne Verlag bekam. Ich bin kein Contemporary Fan und obwohl ich ein großer Sick Lit Liebhaber bin, gehen mir Ich-werde-bald-sterben-Geschichten ziemlich auf die Nerven. Kombiniert mit dem Titel und dem Roadtrip des Lebens war mir das alles zu viel Klischee. Dennoch wollte ich dem Buch, da es schon bei mir war, wenigstens eine Chance geben und so startete ich nach langer Zeit mit dem Lesen.

Schon nach wenigen Seiten ging mir die Protagonistin Tessa auf die Nerven. Seit sie von ihrer Krankheit erfahren hat, ertrinkt sie mehr oder weniger in Selbstmitleid und lässt das ihre Mitmenschen und auch den Leser spüren. Keinesfalls positiv für mich und ich hätte das Buch schon nach wenigen Seiten abgebrochen. Wenn da nicht Oskar wäre. Ein ziemlich interessanter Charakter, in den sich Tessa nicht nur sofort verliebt, sondern der sie auch dazu überredet, ein letztes Mal den Sommer zu genießen und einen Roadtrip zu unternehmen. Kleiner Vorgriff: Oskar schien zwar auf den ersten Blick sehr interessant, trotz spannender Backstory schaffte es Anne Freytag jedoch nicht, dem Charakter Tiefe zu geben. Leider sehr viel verschenktes Potential und ein weiterer Minuspunkt auf meiner Liste.

Auch der Roadtrip selbst war nichts als eine Enttäuschung. Er hatte genauso viel Tiefe, wie die Charaktere, nämlich gar keine. Seine Bedeutung wird mir auch nicht so wirklich klar, denn er ist absolut ersetzbar und die gesamte Story hätte auch mit austauschbarem Setting funktioniert oder, je nach Sichtweise, genauso wenig funktioniert.

Vor dem Lesen habe ich eigentlich erwartet, dass Anne Freytag uns hier ein sehr emotionales Buch präsentiert. Ein Buch, das mich irgendwo berührt und mitfühlen lässt. Mit wem? Natürlich mit den Protagonisten Tessa und Oskar. Die beiden verlieben sich nämlich recht schnell ineinander und sehr früh hat man die Verbindung zwischen den beiden gespürt. Ich muss an dieser Stelle auch nicht verschweigen, dass das Buch natürlich an einer Stelle traurig ist. Oder wieder einmal je nach Blickwinkel traurig sein soll. Denn mich hat das Buch emotional so gar nicht berührt. Zumindest, was die Sache mit Tessa angeht. Wer mich tatsächlich auf emotionaler Ebene erreicht hat, das war allein Tessas Schwester, die einen sehr kleinen Teil der Geschichte einnimmt und mich leider als einzige wirklich begeistern konnte. Dafür gibt es letztendlich auch den Gnadenstern.


Leider war Anne Freytags Mein bester letzter Sommer ein ganz klarer Fehlgriff. Die Protagonisten waren weder liebenswürdig noch wirklich tief ausgearbeitet und wirkliche Gefühle erzeugten weder sie oder die Story sondern nur die Nebencharaktere. Auch der Roadtrip war meiner Meinung nach nicht wichtig für die Story, nimmt darüber einen sehr kleinen Platz ein und ist somit ersetzbar. 


Vielen lieben Dank an den Heyne Verlag  für das überraschende *Rezensionsexemplar.

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4 Kommentare

  1. Hallo liebe Jule

    Ha! Ich dachte tatsächlich ich sei die einzige, die mit dieser Geschichte leider nichts anfangen konnte, umso erfrischender war deine Rezension dazu :) Bei mir waren es vor allem die Gefühle, die einfach nicht zu mir vorgedrungen sind und die Charaktere, die meiner Meinung nach viel zu flach beschrieben wurden.

    Ganz liebe Grüsse
    Denise

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  2. Schade dass es dir nicht so gefallen konnte:/ ich werde es trotzdem irgendwann lesen und werde mir selbst meine Meinung bilden:)

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  3. Liebe Jule,
    Manchmal ist das so, dann kann einen ein Buch einfach nicht erreichen. Vielleicht war es auch die falsche Zeit für dieses Buch? Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich das Buch gelesen habe, aber mir hat es damals sehr gut gefallen. Ich muss aber auch sagen, dass ich damals davor gerade ein Buch mit ähnlichem Thema gelesen habe, dass ich wirklich 'schlecht' fand. Aber selbst, wenn es einfach so nichts für dich war, ist das auch ok. Es kann einem ja nicht immer alles gefallen. ;)
    Es kommen auch wieder bessere Bücher. Hast du schon das neue von Jennifer Niven gelesen? Großartig!

    Liebst, Lotta

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  4. Schade, dass Dich das Buch nicht packen konnte. Ich hatte es schon öfter im Sinn, aber es bisher nicht gekauft.

    Neri, Leselaunen

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