Rezension | Der Koffer - Robin Roe

by - 5/31/2017



Der Koffer | von Robin Roe | Verlag: Königskinder | erschienen am 24.03.2017 | Übersetzer: Sonja Finck | Hardcover | 416 Seiten | 19.99€ (D) Kaufen?  | Meine Wertung: ★★★ 5 Sterne





»Wie viele Sterne?«, hat Julians Vater immer gefragt, wenn er ihn abends ins Bett brachte. Zehntausend-Sterne-Tage waren die besten überhaupt. Doch Julians Eltern sind tot. Seit er bei seinem Onkel wohnt, ist ihm ist nichts geblieben als Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen. Als Julian seinem Pflegebruder Adam wiederbegegnet, ist er zunächst voller Glück. Adam, der so nett ist und so tollpatschig und trotzdem zu den Coolen gehört. Doch es ist schwierig Vertrauen zu fassen. Und je mehr Vertrauen Julian fasst, desto mehr kommt Adam hinter seine Geheimnisse. Das bringt sie beide in große Gefahr. (Quelle: Verlag)

Meine Meinung 


Auch, wenn es nun schon eine Weile her ist, seit ich Der Koffer gelesen habe, schaffe ich es noch nicht wirklich, meine Gefühle zu diesen Buch in Worte zu fassen. Vor dem Lesen habe ich von mehreren Seiten gehört, ich solle mir Taschenbücher bereit legen, denn die Geschichte hätte viele zum Weinen gebracht. Tatsächlich habe ich keine einzige Träne vergossen, an dieser Stelle lag nur ein Gefühl: Schock.
Wir erleben die Geschichte hinter Der Koffer aus zwei Sichten. Julian ist 14, fast 15, und wohnt nach dem Tod seiner Eltern bei seinem gewalttätigen Onkel. Alles, was ihm von seinem alten Leben bleibt ist ein Schrankkoffer mit wichtigen Erinnerungen. Adam ist 18 und lebt mit seiner Mutter, die Sozialarbeiterin ist, zusammen. In der Schule ist er beliebt und hat keine weiteren Probleme. Adam und Julian kennen sich, denn kurz nach dem Tod von Julian wunders Eltern, hat Julian bei ihnen gewohnt. Doch seit einiger Zeit haben die beiden keinen Kontakt und wir als Leser dürfen zum einen herausfinden, wieso das so ist und zum anderen, wie sich das zu Beginn der Geschichte ändert und was damit einhergeht.
Ich habe sowohl Julian als auch Adam sofort in mein Herz geschlossen. Julian ist ein süßer Junge und Adam, in Adam habe ich mich tatsächlich sofort verliebt. Die beiden sind toll gezeichnet und vielschichtig und man kann sich trotz ihrer unterschiedlichen Situationen sofort mit ihnen identifizieren. Auch alle Charaktere drum herum geben zusammen mit Julian und Adam ein wunderbar geschlossenes Bild ab und das ist einer der Gründe, weshalb das Buch eine enorme Sogwirkung auf mich entwickelte. Einmal angefangen habe ich, vermutlich auch Dank der recht kurzen Kapitel, einfach nicht mehr aufhören können und obwohl die Geschichte sehr ruhig konzipiert ist, schwingen viele Emotionen und damit eine enorme Kraft mit.
Zur Geschichte selbst möchte ich an dieser Stelle nicht viel mehr verraten. Der Klappentext und alles weitere hier Geschriebene geben sicher schon genug Eindruck und der Schrecken, der mich beim Lesen dieses Werkes erfasst hat, sollte euch am besten genauso treffen. Dennoch schwingt in Der Koffer noch so viel mehr mit: Das Suchen und Finden eines Zuhauses, der unerschütterliche Zusammenhalt zwischen Brüdern und eine ganze Menge Hoffnung.


Der Koffer hält nicht nur eine erschreckende und zugleich Hoffnung machende Geschichte für den Leser bereit, die Story um Julian und Adam berührt auf tragische Weise und die Autorin Robin Roe konnte mich mit ihrem Schreibstil voll und ganz überzeugen. Ein Must Read aus dem Programm des Königskinder Verlags.


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Vielen lieben Dank an den Carlsen Verlag  für die Bereitstellung des   *Rezensionsexemplars.

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