Mein Oktober 2016 | Monatsrückblick



Der Oktober war ein erfolgreicher Lesemonat. Er war besser, als ich anfangs dachte und ich habe zwar nicht alle 18 Bücher meiner Leseliste gelesen, dafür aber insgesamt 18 Bücher und damit bin ich sehr zufrieden. Drei davon waren für die Uni und eine vierte Sache, die ich für die Uni lesen musste ist nicht aufgeführt, weil es sich um eine Kurzgeschichte aus dem Internet handelte. Die spreche ich jetzt an, weil ich sie euch empfehlen möchte. Es ist Sad Satan von Philipp Winkler, der vor kurzem erst sein Romandebüt mit Hool im Aufbau Verlag feierte. Hier kommt ihr zur Geschichte und sie ist so spannend und vielschichtig, dass wir uns im Seminar 90 Minuten damit beschäftigen konnten. Sehr empfehlenswert und förderlich fürs Verständnis ist hier übrigens auch eine Hintergrundrecherche. 
Die Frankfurter Buchmesse stand in diesem Monat auch auf dem Plan und ich habe einige tolle Tage mit Sandra und Sandy verbracht. Wie schön, dass ihr beiden hier wart und wir eine tolle Messe erlebt haben.
Dank der Uni habe ich übrigens eine ganze Menge Neuzugänge zu verzeichnen, da ich für zwei meiner Seminare sehr viel lesen muss. Das gepaart mit der Frankfurter Buchmesse und meinem Geburtstag haben meinen SUB in die Höhe schießen lassen. Ich bin gespannt, wie der Stand zum Ende des Jahres ist.
Zu guter letzt ist im Oktober noch der Bericht zur Harry Potter-Lesenacht online gegangen, die ich Ende September bereits besucht habe. Wer auch noch einmal aus meiner Sicht erfahren will, wie die Lesenacht verlaufen ist, kann dem Post gerne hier einmal einen Besuch abstatten. Nun geht es aber los mit den gelesenen Büchern. 

Schreiben Sie mir, oder ich sterbe - Petra Müller und Rainer Wieland (Hrsgg.) ✽  ✽ Rezension 
Book of Lies - Teri Terry ✽  ✽ Kurzrezension unten
Bluescreen - Dan Wells ✽  ✽ Rezension 
Die Länder von Eis und Feuer - George R.R. Martin ✽  ✽ Rezension 
Salz für die See - Ruta Sepetys ✽  + Füchschenbuch ✽ Rezension 

Bird Box - Josh Malerman ✽  ✽ Kurzrezension unten
Chill mal, Frau Freitag - Frau Freitag ✽  ✽ Kurzrezension unten
Der Sommer, der uns trennte - Cat Jordan ✽  ✽ Rezension 
Antigone - Sophokles ✽  ✽ Kurzrezension unten
Annähernd Alex - Jenn Bennett ✽  ✽ Rezension folgt

Selection Storys: Liebe oder Pflicht - Kiera Cass ✽  ✽ Kurzrezension unten
Drachenreiter: Die Feder eines Greifs - Cornelia Funke ✽  ✽ Rezension folgt
Club der roten Bämder - Albert Espinosa ✽  ✽ Kurzrezension unten
Kings & Fools: Verstörende Träume - Natalie Matt und Silas Matthes ✽  ✽ Rezension folgt
Forbidden Touch: Neun Seelen - Kerstin Ruhkieck ✽  ✽ Rezension folgt

Tschick - Wolfgang Herrndorf ✽  ✽ Kurzrezension unten
Hamlet - Shakespeare ✽  ✽ Kurzrezension unten
The Evil Me - Stefanie Hasse ✽  ✽ Rezension folgt


Das sind in Zahlen: 


18 Bücher ✽ 5.319 Seiten und 195 Minuten ✽ 1.330 Seiten/Woche ✽ 166 Seiten/Tag

14 Printbücher ✽ 3 eBooks ✽ 1 Hörbuch ✽ 17 auf Deutsch ✽ 1 auf Englisch

Kurzmeinungen


Book of Lies von Teri Terry: Für den Buchclub haben wir Teri Terry neues Werk Book of Lies gelesen. Für mich eine spannende und an vielen Stellen auch gruselige und mysteriöse Geschichte, die mich besonders im letzten Drittel sehr unterhalten hat. An vielen Stellen blieb mir die Handlung jedoch zu flach und ich hätte mir auf der einen Seite gewünscht, dass Teri Terry mehr mit dem Leser spielt, auf der anderen Seite passiert zudem recht lange nichts. Dafür gibt es von mir 4 von 5 Füchschen. Oder sollte ich lieber Hatzhunde vergeben? ;)

Bird Box von Josh Malerman: Ich habe Bird Box als Wanderbuch bekommen und da schon viele Notizen drin waren, war ich sehr gespannt auf das Lesen und auf das Geheimnis hinter dem Buch. Schnell wurde in mir der Verdacht groß, dass ich diese Auflösung auch am Ende nicht bekommen würde und auch das Buch war leider nur mittelmäßig. Letztendlich hat es mich mehr enttäuscht und ich habe es nur noch wegen der tollen Stimmung gelesen, die perfekt transportiert wird. Dafür gibt es leider nur 2 von 5 Füchschen.

Chill mal, Freu Freitag von Frau Freitag: Ich habe die gesamte Frau Freitag Trilogie zu Hause stehen und mich lange davor gedrückt, sie zu lesen. Nun habe ich mich aber rangewagt und war sehr begeistert. Frau Freitag bedient sich zwar klassischen Klischees, das ganze Buch hinweg wird jedoch ihre Liebe zum Beruf und besonders zu ihren Schülern mehr als deutlich und so wird dieser erste Teil zu einem amüsanten, kurzweiligen und warmen Werk. Dafür gibt es 5 von 5 Füchschen.

Antigone von Sophokles: Nachdem ich im ersten Semester meines Studiums Königs Ödipus gelesen habe, musste ich nun für ein Germanistik Seminar Antigone lesen. Dieses ist das dritte Drame der Theben Spiele und beschäftigt sich mit den Kindern von Ödipus. Die Einheit von Zeit, Raum und Handlung ist vorhanden aber andere Merkmale der griechischen Tragödie haben mir etwas gefehlt. Dafür gefiel mir aber die Handlung und die Moral, die hinter dieser steht, sehr. Dafür gibt es 4 von 5 Füchschen.

Selection Storys: Liebe oder Pflicht von Kiera Cass: Mit Sandra und Sandy habe ich die erste Kurzgeschichtensammlung der Selection Reihe gelesen. Der Prinz und Der Leibwächrter erzählen Episoden aus Americas Zeit im Palast aus dem Blickwinkel der Jungs und so erfahren wir endlich mehr von dem Gefühlsleben der beiden. Ein Interview mit Kiera Cass, eine Liste der Mädchen sowie Stammbäume runden das Buch ab. Ich wurde sehr unterhalten und so bekommt das Werk 5 von 5 Füchschen von mir. Wann kann man es lesen? Goodreads betitelzt die beiden Short Storys als 0.5 und 2.5. Somit könnt ihr die Geschichten nach der Lektüre von Die Elite lesen. Ich empfehle euch allerdings, zunächst noch Der Erwählte zu lesen. So kann man eher auf kleine Nuancen achten.

Club der roten Bänder von Albert Espinosa: Im Oktober habe ich auch endlich zu Club der roten Bänder gegriffen, welches, anders als die Serie, ein nicht fiktionales Werk ist. In diesem berichtet Albert Espinosa von seiner Zeit mit dem Krebs. Das ganze ist allerdings keine tragische Geschichte. Vielmehr hat er die wunderbare Gabe, in der ganzen Sache das Positive zu sehen, und berichtet so von von dem, was er durch den Krebs gelernt hat. Eine wunderbare Sammlung an Lebens- und Überlebenstipps. Dafür gibt es 4 von 5 Füchschen.

Tschick von Wolfgang Herrndorf: Leider musste ich diesen Monat Tschick für die Uni lesen. Und das, obwohl mein Dozent selbst nicht begeistert ist. Ich habe Tschick vor einer halben Ewigkeit schon mal begonnen aber enttäuscht abgebrochen. Genauso ging es mir auch beim zweiten Versuch obwohl ich mich hier nun durchquälen musste. Ich finde Tschick ist eines dieser typischen Bücher, die Probleme ohne Ende in die Handlung packen (die Hälfte wird hierbei nicht einmal gelöst) und somit von Pädagogen hoch gelobt werden. Sie finden ihren Einzug in die Schule und sind nicht mal so gut, wie viele andere nicht beachtete Bücher. Gepaart mit einem sehr komischen Roadtrip, war das einfach nicht mein Ding. 2 von 5 Füchschen.

Hamlet von Shakespeare: Ich bin ein großer Fan von Romeo und Julia und war daher der festen Überzeugung, dass Hamlet kein Reinfall werden wird und mich Shakespeare auch mit diesem Werk sehr begeistern kann. Das war allerdings nicht der Fall. Zunächst einmal kam ich sehr schwer i die Handlung rein und kann den Grund dafür nicht einmal benennen. Darüber hinaus gibt die Geschichte selbst kaum Antworten auf zu Beginn bestehende Fragen und lies mich letztendlich auch sehr verwirrt und unsicher zurück. Leider nicht mein Fall. Dafür gobt es 2 von 5 Füchschen. 

Herzensbücher

 :

Cover-Schönheiten

Leseplanung

1) Bird Box
2) The Evil Me
3) Forbidden Touch: Neun Seelen
4) Book of Lies
5) Kings & Fools: Verstörende Träume
6) Holding up the Universe
7) Bluescreen
8) Die Seideninsel
9) Everflame: Tränenpfad
10) Die Länder von Eis und Feuer
11) Salz für die See
12) Annähernd Alex
13) Die Begabte
14) Schreiben Sie mir, oder ich sterbe
15) The Diviners: Aller Anfang ist böse
16) Drachenreiter: Die Feder des Greifen
17) Black Blade: Die helle Flamme der Magie
18) Der Sommer, der uns trennte


Rezension | Die Länder von Eis und Feuer - George R. R. Martin

 :

Die Lände von Eis und Feuer | von George R. R. Martin | Verlag: Penhaligon | erschienen am 26.09.2016  | Hardcover | 12 Karten | 39.99€ (D) Kaufen?

Die Länder von Eis und Feuer – aus der Sicht eines fliegenden Drachen! Mit dieser exklusiven Kartensammlung wird die Welt von Eis und Feuer noch lebendiger. Jede Karte ist vierfarbig illustriert, detailgetreu und unglaublich informativ. Das Kernstück bildet die Weltkarte mit Westeros und den Ländern jenseits der Meerenge, deren Details sich in den weiteren Karten noch vertiefen. Nie zuvor wurde die ganze Schöpfungskraft von George R.R. Martin so umfassend abgebildet. Und nie zuvor war es für Leser von Das Lied von Eis und Feuer und Fans der Fernsehserie so einfach und faszinierend, den Spuren ihrer Helden zu folgen. (Quelle: Verlag)


Von einer Rezension im engen Sinne kann man bei der heutigen Besprechung nicht reden und trotzdem möchte ich euch meinen Eindruck von Die Länder von Eis und Feuer schildern. Ich war hin und weg, als ich gesehen habe, dass eine Kartensammlung zu Game of Thrones erscheint. Westeros alleine ist schon eine der komplexesten Buchwelten, die ich kenne und nebenbei spielt die gesamte bekannte Welt, die nochmals um einiges größer ist, als Westeros, eine große Rolle in Buch und Serie. Hier ist es nun also mehr als hilfreich, einen Überblick über die gesamte Welt zu haben und den bieten Die Länder von Eis und Feuer auf jeden Fall.


Die 12 hochwertigen Karten, die die Sammlung beinhaltet, sind neun A4-Blätter groß und das ist nicht gerade klein! Sie sind farbenfroh und aufwendig gestaltet und schön anzusehen und richtige Schmuckstücke. Sie zeigen einmal die gesamte bekannte Welt, die Sklavenbucht, Zentralessos, das dothrakische Meer, die Welt jenseits der Mauer, Westeros, den Westen, die freien Städte, den Osten sowie die Städte Königsmund und Braavos und eine Karte, auf der die Reisen einzelner Charaktere abgebildet ist. Als Begleitwerk beim Lesen oder Schauen eignen sie sich also sehr gut, denn sie zoomen unterschiedlich nah heran und je nachdem, was man sich gerade genauer anschauen will, sind sie eine hilfreiche Unterstützung. Besonders die Stadtkarten von Braavos und Königsmund finde ich sehr schön und detailreich ausgestaltet.

 :

Die Karten geben uns ausgewählte Informationen über die Städtenamen, Bauwerke etc. und dienen sehr gut, um Entfernungen und Maßstäbe nachzuvollziehen. Wovon ich mir allerdings mehr erhofft habe, ist von den Informationen, die das Buch dem Leser gibt. Allzu genaues kann ich hier nicht benennen, denn ich bin wirklich ohne detailreiche Erwartungen an das Lesen bzw. Betrachten gegangen. Aber eventuell ein paar genauere Daten, detailreichere Reisen der Charaktere, Wissenswertes rund um einige Städte, Bilder, weitere Informationen darüber, welche Episoden oder Kapitel an der jeweiligen Stelle spielen, kleine Miniaturbilder etc. Ich habe die Karten als Rezensionsexemplar bekommen und auch für eingefleischte Game of Thrones Fans ist die Sammlung sicher ein tolles Geschenk. Ob ich sie mir selbst kaufen würde, weiß ich jedoch nicht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr hoch, wenn man die Information, die die Karten geben mit dem Preuis vergleicht, die man für diese bezahlt. 

Die Länder von Eis und Feuer ist eine tolle und hochwertige Kartensammlung, die sich sehr schön als Begleitwerk zu Buch und Film eignet. Durch die großen Karten bekommt man einen tollen Überblick über die gesamte bekannte Welt und ein gutes Verständnis davon, wo sich die Charaktere gerade aufhalten und welche Entfernungen sie zurücklegen müssen. Ich hätte mir jedoch, besonders am hohen Preis gemessen, ein paar mehr Informationen gewünscht. Als Geschenk ist es sehr toll und auch für eingefleischte Game of Thrones Fans ein Muss aber ich bin mir selbst nicht sicher, ob ich, trotz großer Liebe zu Buch uns Serie, so viel für eine Kartensammlung ausgeben würde.



Vielen herzlichen Dank an penhaligon für die Bereitstellung des tollen *Rezensionsexemplars.

 :



Rezension | Salz für die See - Ruta Sepetys

 :

Salz für die See | von Ruta Sepetys | Verlag: Königskinder | erschienen am 29.09.2016 | Übersetzer: Henning Ahrens | Hardcover | 400 Seiten | 19.99€ (D) Kaufen?



Die letzten Kriegstage des Jahres 1945: Tausende Menschen flüchten aus Angst vor der Roten Armee nach Westen. Darunter Florian, ein deutscher Deserteur, Emilia, eine junge Polin, und Joana, eine litauische Krankenschwester. Eine Notgemeinschaft, in der jeder ein Geheimnis hat, das er nicht preisgeben will. Denn der Krieg hat sie Misstrauen gelehrt. Im eiskalten Winter wählt der kleine Flüchtlingstrek den lebensgefährlichen Weg über das zugefrorene Haff. In Gotenhafen, so heißt es, warte die Wilhelm Gustloff, um sie nach Westen zu bringen. Doch auch dort sind sie noch lange nicht in Sicherheit. (Quelle: Verlag)

Ich habe unendlich lange auf Salz für die See gewartet, war mehr als einmal versucht, mir das Buch auf Englisch zu kaufen, obwohl ich es unbedingt in der Königskinder Ausgabe haben wollte und dann plötzlich war es da. In einem unscheinbaren braunen Umschlag aus dem Carlsen Verlag. Ich habe es angesehen, mich in es verliebt und wollte sofort mit dem Lesen beginnen. Doch dann hatte ich plötzlich Angst. Was wäre, wenn das Buch zu traurig ist? Was wäre, wenn das Buch einfach nicht meine Erwartungen erfüllen kann? Was wäre, wenn es nicht so ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Ja, ich hatte Angst davor, von Ruta Sepetys enttäuscht zu werden und ich hatte Angst, dass die Geschichte mich zu sehr berührt und zu sehr mitnehmen würde.

Salz für die See hat mich berührt und vollends mitgenommen. So sehr, dass ich lange brauche, um die richtigen Worte zu finden. Damals habe ich immer einen großen Bogen um historische Romane gemacht. Sie haben mich aus unerfindlichen Gründen immer abgeschreckt doch schon bald habe ich Themen und Zeitalter gefunden, die mich begeistern können und Salz für die See fängt diese ein: Flucht und das Schicksal Einzelner im zweiten Weltkrieg. In Salz für die See begleiten wir vier Protagonisten auf ihrem Weg zur und auf der Wilhelm Gustloff. Paulina ist eine junge Polin und auf der Flucht vor den Russen, Alfred ein junger Soldat, der auf die Wilhelm Gustloff abkommandiert wird, Florian aus Ostpreußen flieht aus einem dem Leser anfangs unbekannten Grund Richtung Deutschland und die junge Litauerin Joana hat deutsche Vorfahren und darf somit auch nach Deutschland flüchten. Für Alfred verspürte ich nichts als Hass aber die Schicksale der anderen drei und ihrer Gefährten habe ich mit großem Interesse verfolgt. Während Alfred in Gotenhafen die Wilhelm Gustloff zur Abreise bereit macht, sind die anderen auf ihrem Weg durch das zugefrorene Haff zu genau dieser.

Ruta Sepetys gibt uns mit Salz für die See einen gut recherchierten und geschichtlich stark verankerten WW2-Roman, der nebenbei aber durch so viel mehr hervorsticht. Die Recherche ist gut und das macht viel vom Roman aus. Das steht ganz außer Frage. Besonders faszinierten mich jedoch die einzelnen Schicksale und alles, was sich daraus im Verlaufe des Buches entwickelt. Auch die Zeit auf der Wilhelm Gustloff und die Probe, auf die jeder durch das Unglück gestellt wird, war besonders aus psychologischer Sicht sehr spannend aber auch wundervoll berührend, sodass bei mir wirklich die Tränen gerollt sind.

Das Schicksal der Wilhelm Gustloff ist vielen längst nicht so präsent, wie das der Titanic und doch ist es so viel tragischer. Nicht nur, was die pure Statistik besagt. Auch der ganze Hintergrund, die Herkunft der Menschen und ihr Ziel, all das, was sie durchgemacht haben. Ich bin so froh, dass Ruta Sepetys mit ihrem Werk noch einmal an dieses Schicksal erinnert, denn  es prägt meiner Meinung nach die deutsche Geschichte enorm und ist ein fester Bestandteil von dieser. Dieses grausame Ereignis hat Ruta Sepetys allerdings nicht in ein langweiliges Geschichtsbuch gepackt sondern einen Roman daraus gemacht, der wunderschön ist und uns auf emotionaler Ebene sensibilisiert und den Opfern gedenken lässt. Gleichzeitig zeigt er uns jedoch auch alles schöne: Nächstenliebe, die Liebe einer Mutter, Wille und Durchhaltevermögen und ganz viel Mut. Ich werde Salz für die See nicht vergessen und hoffe, dass noch viele auf dieses Werk aufmerksam werden. 

Ruta Sepetys hat mich mal wieder sprachlos und begeistert zurückgelassen. In Salz für die See schildert sie Schicksale von Flüchtlingen im zweiten Weltkrieg und ruft uns das Schicksal der Wilhelm Gustloff so stark ins Gedächtnis, dass die Gedanken daran noch lange nachhallen. Ich bin begeistert von dem Werk und wünsche mir, dass noch viele Leser auf das Buch aufmerksam werden. Das, was Ruta Sepetys dort geleistet hat, ist bewundernswert und verdient meinen größten Respekt.


Vielen herzlichen Dank an den Königskinder Verlag für das schöne und berührende *Rezensionsexemplar.
 :

The Bookish Prophet Box - Eure monatliche Buchbox aus Deutschland


Hallo meine Lieben,

heute gibt es etwas aufgeregte Werbung in eigener Sache. Viele von euch werden ja vielleicht schon von der Bookish Prophet Box gehört haben, denn die Facebookseite ist schon länger online und ihr könnt die Box bereits bestellen. Für alle, die das noch nicht mitbekommen haben, sind hier die Links: 




Schon lange bin ich sehr verliebt in das Prinzip, nach dem die Owlcrate und andere bekannte Book Subscription Boxen aus den USA arbeiten. Der Nachteil: Sehr hohe Versandkosten und leider nur englische Bücher. Mit letzterem habe ich kein Problem aber, wie ich finde, viele andere. Deshalb formte sich vor etwas über einem Jahr die Idee einer deutschen Buchbox in meinem Kopf und nach viel Planung und zahlreichen Tagen Recherche (und ebenso vielen Nächten Kopfzerbrechen) geht im Dezember die erste Bookish Prophet Box an die Käufer.

Da dies wirklich ein Herzensprojekt von mir ist, konnte ich es natürlich nicht lassen, und musste auf meinem Blog einfach noch einmal auf die Box hinweisen. Sie wird monatlich verschickt und beinhaltet immer ein Hardcover Buch, sowie drei bis fünf dazu passende Goodies. Mein fleißiger Kopf plant allerdings schon viele weitere buchige Boxen, auf die ihr gespannt sein könnt. 

Wie auch bei den amerikanischen Varianten steht das Thema immer im vorhinein fest und man kann so schauen, ob das Thema gefällt. Ihr könnt aber auch direkt ein Abo für eine längere Zeit abschließen und bekommt dann die Box Monat für Monat frei Haus geliefert. Hier kommt ihr noch einmal direkt zum Shop und müsst nicht den Weg über die Webseite nehmen. 

Das Thema für den Dezember lautet übrigens Zwischen Tinte und Papier und auf der Produktseite der Dezember Box bekommt ihr außerdem schon einen kleinen Hinweis auf das zugehörige Buch. Und nun würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mal vorbei schaut oder euch die The Bookish Prophet Box pünktlich Mitte Dezember per Eulenpost liefern lasst. Bestellen könnt ihr noch bis Ende November. Ab Mitte November jedoch nur noch so lange, wie der Vorrat reicht. 

Liebst,
Jule


Hörbuch Rezension | Schreiben Sie mir, oder ich sterbe


Schreiben Sie mir, oder ich sterbe | von Petra Müller, Rainer Wieland (Hrsgg.) | Verlag: Randomhouse Audio | erschienen am 03.10.2016 | Übersetzer: - | Hörbuch | 3:15 Minuten | 16.99€ (D) Kaufen?


Liebe mag flüchtig sein — Liebesbriefe sind unsterblich. In Liebesbriefen finden Sehnsucht, Treue, Verwirrung und Verzweiflung ihren unmittelbaren Ausdruck, oft entstehen daraus literarischeMeisterwerke. Dieses Hörbuch erzählt in 24 Briefen die ergreifendsten Geschichten berühmter Liebender über die Jahrhunderte: u. a. Heinrich von Kleist, Marlene Dietrich, Kurt Tucholsky, Edith Piaf, Oscar Wilde, Romy Schneider und Virginia Woolf. (Quelle: Verlag)

Ich liebe Bücher a la Lists of Note, die Nachlässe, egal ob Briefe oder Listen, vorstellen und editorisch erläutern. Ich war froh, ein neues solcher Bücher im Piper Verlag zu sehen und noch begeisterter war ich, als ich sah, dass es das Hörbuch dazu bei Randomhouse Audio gibt. Ich hatte plötzlich diese Gewissheit: Manchmal, da muss man Liebesbriefe auch mal hören. Und damit sollte ich Recht behalten.

Zugegeben, man muss solch ein Hörbuch Stück für Stück hören und kann es nicht mit einem mal herunter hören. Die Spannung, die man aus Romanen kennt, fehlt bei diesem nicht-fiktionalen Werk ganz klar und außerdem trägt ein einzelner Brief häufig viel mehr Bedeutung als ein Kapitel eines Buchs. Man kann beim Hören nicht sprunghaft mit dem Auge von Zeile zu Zeile springen sondern hört mit Bedacht, mit der richtigen Betonung und nur ebenso schnell, wie der Hörbuchsprecher spricht. Das hat aber einen großen Vorteil: Man bekommt die geballte Ladung Gefühle ab und ich hatte zum einen manchmal richtig Lust, von meinem Freund auch mal solch einen Brief zu bekommen, auf der anderen Seite liefen mir manchmal die Tränen über die Wange. So zum Beispiel, wenn man die Worte hört, die Alain Delon an seine geliebte Romy Schneider geschrieben hat um ihr, wenigstens auf dem Papier, zu erzählen, welche Gefühle es in ihm auslöst, sie auf dem Sterbebett zu sehen. Oder den Brief von Marie Curie, den sie verzweifelt mit den Worten „Auf dem Friedhof gestern wollte es mir nicht gelingen, die in den Stein gemeißelten Worte Pierre Curie zu begreifen.“ Schreibt. Es ist spannend zu erfahren, welche der Paare ein langes Glück haben, und welche Paare leider nicht für immer und ewig glücklich zusammengelebt haben. Manches ist schwer zu begreifen, wenn man zuvor den vor Liebe überquellenden Brief gehört hat und doch jedes Mal zutiefst berührend.


Und nach diesem doch sehr langen Abschnitt gehen mir schon die Worte aus, die ich zu diesem Hörbuch sagen kann, denn insgesamt ist es doch sehr emotional und mit Worten sehr schwer zu beschreiben. Ich denke jedoch, auch so etwas kann sicher durchaus für sich sprechen und ich werde mir den einen oder anderen Brief sicher noch mehrmals anhören, denn Liebesbriefe entwickeln für mich immer eine ganz eigene Macht und Stärke. 

Liebesbriefe sollte man ruhig auch mal hören. Denn es lohnt sich auf jeden Fall! Das ist das Fazit, das ich zu Schreiben Sie mir, oder ich sterbe ziehen kann. Zwar kann ich es jedem auch als Buch bedenkenlos empfehlen und doch hat es als Hörbuch seinen ganz eigenen Zauber. Dies wird besonders durch die Mitarbeit vieler toller Hörbuchsprecher, darunter auch meine allerliebste Anna Thalbach, abgerundet. Ein emotionales Erlebnis.



Vielen herzlichen Dank an Randomhouse Audio für das tolle *Rezensionsexemplar.



Rezension | Der Sommer, der uns trennte - Cat Jordan

 :

Der Sommer, der uns trennte | von Cat Jordan | Verlag: Harper Collins | erschienen am 15.08.2016  | Übersetzer: Ivonne Senn | Softcover | 304 Seiten | 14.99€ (D) Kaufen? Amazon Verlag

Nate wird vermisst! Vermutlich ist er tot. Die Gedanken wirbeln erbarmungslos durch ihren Kopf. Das darf nicht sein. Denn wenn es stimmt, bricht ihre Welt zusammen. Gemeinsam aufs College gehen, verloben, heiraten, all das würde es nie mehr geben. Niemand scheint Middie in ihrem Schmerz zu verstehen. Bis auf Lee – Nates bestem Freund, mit dem sie nie gut klargekommen ist. Aber er ist der Einzige, an den sie sich anlehnen kann. Und plötzlich erwächst aus der gemeinsamen Sorge, etwas Neues … Doch ist es wirklich in Ordnung Gefühle für Lee zu haben? (Quelle: Verlag)
Der Sommer, der uns trennte scheint zwar vom Cover her wie ein gewöhnlicher Comng of Age- oder Young Adult-Roman, er bringt dem Leser jedoch eine Thematik, die man noch nicht so häufig in solchen Romanen gefunden hat. So war ich sehr neugierig auf das Buch und fragte mich, wie ich Merediths Geschichte finden würde.

Was würde ich tun, wenn mein Freund in ein Krisengebiet reisen würde und kurz darauf bei einem Überfalll auf ein Dorf alle sterben. Und ich nichts von ihm hören würde. Alle erklären ihn für tot. Ich stelle mir diese Situation unerträglich vor. Die Person, zu der man vielleicht am meisten Vertrauen hat ist verschwunden und alle schließen ab, verbuchen sie als tot und man ist gefangen zwischen Hoffnung und Trauer und muss sich langsam aber sicher mit dem Gedanken abfinden, dass man seinen Freund nie mehr wieder sieht. Und das obwohl man eine ganze Zukunft miteinander geplant hat. Für mich unvorstellbar doch das wird für Meredith Realität, als genau das mit ihrem Freund Nate passiert. Lee ist Nates bester Freund und Meredith hat sich mit ihm eigentlich nie besonders gut verstanden. Doch eines verbindet sie nun. Die Trauer um Nate und die schwere Aufgabe, ihn loszulassen. Und das verbindet die beiden mehr, als sie sich jemals vorgestellt hätten.

Ich muss zugeben, mir war der Handlungsverlauf von Der Sommer, der uns trennte schon von Anfang an mehr als klar und genau so hat sich dieser dann auch entwickelt. Letztendlich ist das genau das, was ich als Minuspunkt sehe, denn auch, wenn zeitgenössische Bücher, besonders Liebesgeschichten, oft gleiche Strukturen zeigen, so schaffen es dennoch viele Autoren, den Leser zu überraschen. Cat Jordan leider eher weniger. Dennoch hat sie es geschafft, mich mit dem Buch zu begeistern und so konnte ich zumindest in großen Teilen über die Vorhersehbarkeit hinweg sehen.

Der Sommer, der uns trennte ist ein wundervoller Coming-Of-Age Roman, der diese Thematik gekonnt einfängt. Meredith ist eine tolle Protagonistin, die schon zu Beginn liebenswert ist und sich durch die Handlung hindurch immer mehr entwickelt, zu sich selbst findet und erwachsen wird. Sie war für mich immer das Herzstück des Buches und hat die beiden Jungs sowie alle anderen Charaktere meilenweit in den Schatten gestellt. Auch Lee und Nate mochte ich sehr gerne. An Meredith Stelle hätte ich mich keinesfalls zwischen beiden entscheiden können, denn jeder ist auf seine Art wundervoll. Nebenbei habe ich mich dann noch ein wenig in Merediths kleine Schwester Emma verliebt. Sie ist wirklich zuckersüß.


Zudem hat mich das Buch gut unterhalten. Die Dialoge haben mir besonders gut gefallen und ich finde, dass mich Cat Jordan trotz der Vorhersehbarkeit des Buches sehr gut unterhalten hat. Nicht nur durch das relativ neue Thema des Buches sondern auch durch die Bandbreite von Gefühlen und Entwicklungen, die transportiert werden. 


Obwohl die Handlung von Ein Sommer, der uns trennte sehr vorhersehbar war, habe ich das Buch dennoch sehr gerne gelesen. Meredith ist eine tolle Protagonistin und ihre Entwicklung sehr toll und gut gelungen. Cat Jordan spricht in ihrem Werk ein Thema an, das sich keiner so wirklich vorstellen kann und schafft daraus einen warmen Coming-Of-Age-Roman.



Vielen herzlichen Dank an Harper Collins und Blogg dein Buch für das tolle *Rezensionsexemplar.





Rezension | Bluescreen - Dan Wells


Bluescreen | von Dan Wells | Verlag: Piper | erschienen am 04.10.2016 | Übersetzer: Jürgen Langowski | Softcover | 368 Seiten | 12.99€ (D) Kaufen?

Mirador

#1 Bluescreen
#2 Ones and Zeros


Nach den Bestsellern um den Serienkiller John Cleaver führt Dan Wells in eine Zukunft, die erschreckend schnell Realität werden kann: Los Angeles im Jahr 2050 ist eine Stadt, in der du tun und lassen kannst, was du willst – solange du vernetzt bist. Durch das Djinni, ein Implantat direkt in deinem Kopf, bist du 24 Stunden am Tag online. Für die Menschen ist das wie Sauerstoff zum Leben – auch für die junge Marisa. Sie wohnt im Stadtteil Mirador, doch ihre wirkliche Welt ist das Netz. Und sie findet heraus, dass darin ein dunkler Feind lauert. Als sie an die virtuelle Droge Bluescreen gerät, die Jugendlichen einen sicheren Rausch verspricht, stößt Marisa auf eine Verschwörung, die größer ist, als sie je ahnen könnte ... (Quelle: Verlag)

Mit Bluescreen erscheint eine neue Science-Fiction-Reihe von Dan Wells auf dem Markt. Dies war mein erstes Buch von ihm und trotzdem habe ich schon von verschiedenen Stellen nur das beste über ihn gehört. Zu Beginn war ich schon sehr beeindruckt, denn man fand direkt eine große Bandbreite an Diversity. Die Charaktere haben allesamt verschiedene Nationalitäten und keiner von ihnen ist zu 100 Prozent amerikanisch, obwohl das Buch in San Francisco spielt. Die Protagonistin, Marisa, ist Mexikanerin. Ihr bester Freund Chinese, ihre Spielpartnerinnen kommen aus Amerika, Deutschland und Japan. Außerdem hat Marisa eine Armprothese und die Tatsache, dass es möglich ist, das Menschen mehr oder weniger Cyborgs sein können, wird mit der größtmöglichen Normalität behandelt. So hat das Buch direkt einige Pluspunkte bei mir bekommen, denn diese Themen sind mir immer sehr wichtig.

Dennoch zogen sich die ersten Seiten erst einmal und waren etwas langweilig. Erst erfährt man lang und breit von dem virtuellen Kämpfen Marisas Gruppe, die sie in einem online Egoshooter spielen. Danach werden noch einmal sehr stark Marisas Familie und deren Probleme thematisiert, was sich auch noch einmal zog. Erst das Auftauchen der neuen Droge, Bluescreen, brachte mehr Spannung in das Geschehen und ab Seite 140 wollte ich meine Augen nicht mehr vom Buch lösen. Denn was ich an Sci-Fi-Romanen besonders liebe, ist große Bandbreite an neuen Technologien und Errungenschaften, die im Werk eine große Rolle spielen und genau das war natürlich auch bei Bluescreen der Fall. Darüber hinaus haben Marisa und ihre Freundinnen viel Ahnung von ebendieser Technologie und können sogar Hacken. Diese Aspekte haben mir besonders gut gefallen und all das entwickelt sich zusammen mit Marisa weiter.

Zwischenmenschliche Beziehungen und eine ausgeprägte Liebesgeschichte kann man in Bluescreen nicht finden. Abgesehen von Marisas familiären Problemen, die jedoch für die Droge Bluescreen eine wichtige Rolle spielen. Gestört hat mich dieses Fehlen jedoch nicht. Die Geschichte hat ganz klar einen anderen Schwerpunkt und ich finde diesen so tatsächlich auch besser, als wenn eine komplizierte Liebesgeschichte noch weiteren Platz eingenommen hätte. Neben Marisa spielen natürlich noch einige weitere Charaktere eine tragende Rolle. Allerdings blieben sie mir mit Ausnahme von Marisa leider zu blass und zu ihnen kann ich wirklich nur sagen, dass sie ganz ok waren. Das hat Marisa allerdings definitiv wieder wett gemacht, wenn ich fand sie toll und konnte ihre Handlungen und ihre gesamte Entwicklung sehr gut nachvollziehen.


Neben diesen ganzen Punkten hat Bluescreen aber vor allem eins zu bieten: Viele spannende Szenen, viele unerwartete Wendungen und ein großes Finale, das vieles aufklärt, uns aber noch genügend Fragen und Neues für Teil 2 offen lässt. Hoffentlich lässt dieser nicht mehr allzu lange warten. 

Mein erster Roman von Dan Wells hat mich keinesfalls enttäuscht sondern vielmehr begeistert. Mit Bluescreen hat er einen tollen Science-Fiction-Roman erschaffen, der durch eine tolle Protagonistin und ein interessantes Thema begeistert und zudem Diversity beachtet und als das, was sie ist erschienen lässt: Etwas Normales.


Vielen Dank an den Piper Verlag, der mit ein Exemplar des Buches für das *Bloggertreffen bereitgestellt hat.