Rezension | Nur ein Tag - Gayle Forman


Nur ein Tag | von Gayle Forman | Verlag: Fischer | erschienen am 22.03.2016 | Übersetzer: Stefanie Schäfer | broschiert | 432 Seiten | 14.99€ (D) Kaufen?



Nur ein Tag und ein ganzes Jahr

# 1 Nur ein Tag
#2 Und ein ganzes Jahr

Außerdem:

#2.5 Und noch eine Nacht


Allysons Leben ist genau wie ihr Koffer – überlegt, geplant und ordentlich gepackt. Doch am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Europatour lernt sie Willem kennen. Sofort knistert es zwischen den beiden. Als freier, ungebundener Schauspieler ist Willem all das, was die 18jährige Allyson nicht ist, und als er sie einlädt, mit ihr nach Paris zu kommen, trifft sie spontan eine für sie untypische Entscheidung. Sie ändert ihren Plan und geht mit ihm. Nach nur einem gemeinsamen Tag wird aus dem Knistern ein Brennen … bis Allyson am nächsten Morgen aufwacht und feststellen muss, dass Willem nicht mehr da ist. (Quelle: Klappentext)


Nur ein Tag und ein ganzes Jahr. Mit diesem Titel und dem wundervollen Konzept dahinter hat mich der Fischer Verlag gelockt und ich konnte nicht widerstehen. So sind zwei Gayle Forman Bücher bei mir eingezogen und mit ihnen habe ich auch meine ersten Bücher der Autorin gelesen. Der erste Band des Romanduos wird von Allyson erzählt. Zusammen mit ihrer Freundin macht sie eine Rundreise durch Europa und lernt dabei am letzten Tag Willem kennen. Er ist Schauspieler in London und als sie ihm erzählt, dass sie auf ihrer Reise nicht nach Paris konnten, lädt er sie spontan dazu ein, ihn für einen Tag dorthin zu begleiten. Allyson ist ruhig, geordnet und bricht selten aus der Rolle der perfekten Tochter aus. Trotzdem tut sie etwas, was sie selbst nie gedacht hätte. Sie sagt ja und nach diesem Tag in Paris verliebt sie sich nicht nur in Willem, er lässt sie auch mit einem gebrochenen Herzen dort zurück.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich sowohl für Allyson als auch für Willem nicht viel übrig hatte. Ich habe immer ein Problem mit zu lieben und braven Protagonistinnen und das ist Allyson zu Beginn leider. Nachdem Willem sie in Paris verlassen hat, kehrt Allyson nach Hause zurück und ist für den Großteil des Buches depressiv und zu nichts zu gebrauchen. Ich habe mich sehr unwohl dabei gefühlt, von ihr zu lesen und doch hat sich das gegen Ende des Buches sehr gebessert. Allyson fängt an ihr Leben in die Hand zu nehmen und ihr Glück zu suchen und diese Veränderung empfand ich als sehr positiv. Ich hoffe, dass sich dies auch noch durch das zweite Buch zieht, denn die alte Allyson mochte ich gar nicht. Auch gegen Will habe ich eine Abneigung. Im Buch ist man zwar ständig hin und her gerissen zwischen „er hat sie verlassen“ und „ihm ist vielleicht etwas passiert“ aber gerade zum Ende des Buches überwog doch letzteres. Den zweiten Band werden wir ja aus Willems Persepektove lesen und ich bin gespannt, ob ich dann mehr mit ihm sympathisieren kann.

Abgesehen von Allysons Depressionsphase und dem Tag in Paris, den ich ehrlich gesagt nicht besonders spektakulär fand, mochte ich die Handlung des Buches allerdings sehr. Es ist sehr spannend zu lesen, wie Allyson nach ihrer Zeit in Europa wächst und sich entwickelt. So wird Nur ein Tag ein richtiger Coming Of Age-Roman, den ich sehr genossen habe. Außerdem liebte ich den Reiseaspekt sehr. Nicht nur während Allysons Europareise sondern auch danach bleibt die Geschichte nicht an einem Ort. Allyson reist weiterhin sehr viel und mit ihr tun es auch die Leser. Das hat in mir ein großes Fernweh und richtige Reiselust geweckt und ist so für jeden, der die Ferne liebt perfekt. Mein Top-Reiseziel auf Allysons Liste war natürlich meine absolute Lieblingsstadt Amsterdam. Von dieser Stadt haben wir allerdings noch nicht alles gelesen und auch hier bin ich sehr gespannt, was Band 2 für und bereit hält.

Neben Gayle Formans Schreibstil, der wunderbar Allysons Gefühle transportieren konnte, hat mir sehr gut gefallen, dass sie sehr viel Shakespeare in ihre Werke eingebaut hat. Man spürt ihre Liebe zu ihrem Schriftsteller und ist ganz verzaubert über die Begeisterung, die sie in dem Leser schlussendlich auch weckt. Somit wird Nur ein Tag auch deshalb schon die perfekte Lektüre für das Shakespeare Jahr 2016. Ganz am Ende wird es auch noch einmal sehr spannend und das Buch endet mit einem kleinen Cliffhanger, weshalb ihr unbedingt schon Und ein ganzes Jahr zu Hause haben sollet, wenn ihr dieses Buch lest. 

Mit Allyson und Willem kam ich überhaupt nicht zurecht. Dafür konnte mich aber der Rest des Buches umso mehr überzeugen. Eine tolle Coming of Age-Geschichte wurde von Gayle Forman durch die Themen Reisen und Shakespeare aufgewertet und so ist das Buch absolut lesenswert. Außerdem bin ich ein kleiner Gayle Forman Fan geworden und absolut überzeugt davon, wie sie durch ihre Worte Gefühle vermittelt.




Vielen herzlichen Dank an den Fischer Verlag für das schöne *Rezensionsexemplar.




Blogtour | Soul Colours - Das Leben in der Zukunft


Die Soul Colours Blogtour ist schon fast vorbei aber heute darf ich euch zu guter letzt noch etwas Spannendes erzählen. Bei mir geht es heute um das Leben in der Zukunft und da das ein sehr weit gefasster Begriff ist, schränke ich es auf die Begriffe Utopie und Dystopie ein. Aber was ist das überhaupt?


Utopie

Dieser Begriff stammt aus dem altgriechischen und bedeutet "ohne Ort". Gemeint ist damit eine Vorstellung, die in der nächsten Zeit unmöglich zu realisieren ist. Viele kennen sicher den Ausdruck: "Das ist doch Utopie!"
Gerade im politischen und kulturellen Rahmen ist eine Utopie aber etwas anderes, Gemeint ist hier eine auf die Zukunft gerichtete politische und soziale Vision. Dies sind Wunschbilder einer idealen Ordnung, einer fortschrittlichen Gesellschaft. Auch in der Literatur ist die Utopie sehr wichtig. Das zeigt sich an vielen literarischen Beispielen:

 


Dystopie

Die Dystopie ist das genaue Gegenstück der Utopie und sicher jedem bekannter, als die Utopie es ist. Angefangen mit Brave New World von A. Huxley bis hin zu 1984 von G. Orwell gibt es eine Menge Beispiele, die als Klassiker gelten. Mit Die Tribute von Panem hat Suzanne Collins eine neue Welle für dieses Genre losgetreten und Dystopien befinden sich heute in nahezu jedem Regal.
Die Dystopie wird auch Anti-Utopie oder negative Utopie benannt und beschreibt kein ideale Welt sondern eine Herrschaft des Schreckens, ein nicht funktionierendes System oder die Apokalypse. 

 


Aeterna

Für Sarina ist ihr Heimatplanet Aeterna eine Utopie durch und durch. Durch das "große Sterben" wurde die gesamte Weltbevölkerung ausgelöscht. Nur jene, die schnell genug wegkamen, blieben verschont. Unter ihnen Sarinas Familie. Sie gründeten ein neues Leben auf Aeterna und damit dieser Planet nicht auch durch Umweltkatastrophen oder soziale Misstände gefährdet wird, hat sich die Regierung einige Technologien und Regeln einfallen lassen, mit denen sie dies verhindert:

1) Shuttles: Nur wenige besitzen noch Autos. Der Rest kommt mit Shuttles von A nach B, die rund um die Uhr fahren. So wird verhindert, dass unnötig viele Schadstoffe ausgeschieden werden. 

2) Die Auren: Ihr habt bereits eine ganze Menge über die Auren erfahren. Überall auf Aeterna befinden sich Scanner, die die Farbe der Auren erfassen und anzeigen können. Die Aura beschreibt den Gefühlszustand der Person. Nimmt sie eine rote Farbe an, dann ist schnelles Handeln gefragt, denn die Person stellt damit eine Gefährdung für die anderen dar.

3) Neue Geruchswelten: Geruchswelten ist ein Duftsystem, welches sich über den ganzen Planeten zieht. Überall werden Düfte ausgestoßen, die die Bewohner bezüglich ihrer Gefühle bestimmen. So gibt es beispielsweise "friedliches Zusammenleben" und viele weitere Düfte, die je nach Bedarf ausgestoßen werden und ständig weiterentwickelt werden.

4) Watch: Jeder besitzt eine Watch. Das ist eine weiterentwickelte Smartwatch, die den Bewohnern Aeternas bei allen Lebenslagen hilft. Sie gibt Informationen über die Zeit und den genauen Zeitplan der Bewohner und kann so beispielsweise berechnen, ob Sarina noch früh genug zur Schule kommt. Außerdem nehmen sie Werte des Körpers aus und bestimmen so, welche Nährstoffe ihm fehlen. Dementsprechend gibt es dann zu jeder Mahlzeit ein Essen, das perfekt auf die Bedürfnisse abgestimmt ist.

5) Ausbildung: Auch die Ausbildung auf Aeterna ist sehr gut. Jeder Schüler wird hinsichtlich seiner Stärken gefördert und für die intelligentesten gibt es eine Eliteschule mit sehr vielen praktischen Inhalten, die einen perfekten Einstieg ins spätere Berufsleben ermöglicht. Zu diesen Schülern gehört auch Sarina und lesen wir von ihrer Schulzeit, dann wünsche sicher nicht nur ich mir, dass ich auch so eine Ausbildung gerne genossen hätte.

Das alles klingt wirklich toll und vielversprechend aber ist es das auch? Kann es überhaupt die perfekte Utopie geben und wurde die in Aeterna verwirklicht? Das verrate ich euch natürlich nicht. Allerdings habt ihr im folgenden Gewinnspiel vielleicht das Glück, es selbst herauszufinden.

Gewinnspiel



1. Preis: 3x je eines der eBooks der Soul Colours-Reihe im Wunschformat
2. Preis: 3x je 1 Goodiepaket

Jeden Tag sammelt ihr mit der Beantwortung der Kommentarfrage je ein Los.

Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen. 
Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 17.4.2016 um 23:59 Uhr.

Stellt euch eine perfekt Utopie vor. Was darf darin auf keinen Fall fehlen?

Blogtourplan


11.04. Soul Colors und die Autorin bei Bücherjunky
12.04. Der Planet Aeterna bei Mietzes Bücherecke
13.04. Die Farben der Auren bei Lunas Leseecke
14.04. Was Gefühle aus Menschen machen bei Bookwormdreamers 
15.04. Überwachungsstaat bei Books on Petrovafire 
16.04. Der perfekte Mensch bei Sunnys Lesewelt
17.04. Das Leben in der Zukunft bei mir
18.04. Gewinnspielauslosung auf allen Blogs

Augenblicke | Fazit und Gewinnspiel



Die Woche voller Augenblicke ist vorbei und mit dem letzten Tag, wird es nun Zeit für ein Fazit. Kurz gesagt: Die neuen Königskinder stehen den alten in nichts nach und die Geschichten hinter den sorgfältig gestalteten Covern sind so schön und berührend, wie man sie erwartet hätte. Mir haben ausnahmslos alle sehr gut gefallen aber müsste ich eine Reihenfolge bestimmen, dann wäre es wohl diese hier:

1. Der Geruch von Häusern anderer Leute

2. Jane & Miss Tennyson
3. Alles, was ich sehe
4. Milchmädchen
5. Im Jahr des Affen

Obwohl es Im Jahr des Affen auf den letzten Platz verschlagen hat, hat es mich keinesfalls enttäuscht sondern im Gegensatz sogar sehr gut gefallen. Das spricht natürlich nur für die Qualität dieser Bücher und ich kann sie euch alle sehr ans Herz legen.
Was ist das Wichtige an ihnen? Dass ich Königskinder Bücher wichtig finde, kann ich nicht leugnen. Sie sind mehr als nur Geschichten, die man zum Spaß liest. Sie haben ein "mehr", das uns durch den Alltag hilft. Was dieses "mehr" ist, dass kann man schon in meinem Interview mit Barbara König lesen. Tatsächlich fällt es aber in jedem Buch sehr deutlich auf: Die Protagonistinnen. Jede steckt in einer Phase ihres Lebens, in der sich alles zu verändern scheint. An diesen Gegebenheiten müssen sie wachsen und sie bestehen. Jeder von uns, egal wie alt er ist, macht diese Phase mehr als einmal in seinem Leben durch und somit sind diese Bücher perfekt für jeden von uns. 

Gewinnspiel


Hier noch einmal ganz offiziell, was ihr schon länger wisst: Ein Exemplar pro Buch liegt für euch bereit und ihr könnt es im Rahmen dieser Woche bei mir gewinnen. Wie das läuft? Über die Kommentare. Unter jedem der Posts gab es eine Kommentarfrage. Mit der Beantwortung dieser konntet ihr entweder für eines der Bücher in den Lostopf hüpfen oder ein Extralos für eines der Bücher sammeln:

09.04. Extralos für eines der Bücher hier

10.04. Los für Alles, was ich sehe hier
11.04. Los für Im Jahr des Affen hier
12.04. Los für Milchmädchen hier
13.04. Los für Jane & Miss Tennyson hier
14.04. Los für Der Geruch... hier
15.04. Extralos für eines der Bücher // für alle Bücher auf die sich beworben wurde hier

HEUTE Extralos für eines der Bücher 

Bitte vergesst nicht, euer Buch für die Extralose zu nennen, wenn ihr das bisher nicht in die Kommentare geschrieben habt. Zeit habt ihr bis einschließlich den 24. April 2016. Danach werden die Gewinner ausgelost und bei mir auf dem Blog bekannt gegeben. 


Teilnehmen kann jeder mit einer Postadresse in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, der 18 Jahre alt ist oder die Einverständnis seiner Eltern hat. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht, besteht kein Anspruch auf Erstattung. Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden. Die Adressen der Gewinner werden an den Verlag weitergegeben und nach dem Versenden des Buches sofort gelöscht und nicht an Dritte weitergegeben.

Und das gab es in den letzten Tagen


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Kommentarfrage: Zieht ein Fazit. Wie fandet ihr die Aktion? Was hat euch besonders gut gefallen? Was hat euch gefehlt?

(Mit der Beantwortung dieser Frage sammelt ihr ein Extralos für eines der Bücher aus dem aktuellen Programm.)

Augenblicke | Das Wort der Woche


Die Zeit ist so schnell vergangen und die Woche voller Augenblicke schon fast vorbei. Heute habe ich aber noch einmal das Wort der Woche für euch. Dieser Beitrag war so erst gar nicht geplant aber kurz vor der Ankündigung der Aktion hatte ich noch das Bedürfnis diesen wöchentlichen Tagversüßer mit in mein Programm einzubauen.


Woche für Woche warte ich auf das neue Wort und habe immer ganz viel Spaß an den schön gestalteten Bildchen. Und der Lerneffekt ist einfach genial. Das findet auch Barbara König, die zusammen mit Kerstin Kopper die Wort der Woche für uns zaubert: "Es macht uns so großen Spaß, das zu schreiben und wir lernen auch immer wieder dazu. Deswegen machen wir es auch, aber auch, weil ich so zeigen will, dass Sprache nicht nur interessant ist, sondern auch großen Spaß machen kann."

Ja, Sprache macht eine ganze Menge Spaß. Das kann ich als Linguistik Studentin auf jeden Fall bestätigen und wenn ihr das Wort der Woche noch nicht kennt, dann solltet ihr auf jeden Fall mal schauen. Es erscheint jeden Montag auf den Social Media Kanälen und kann dort von euch bestaunt werden. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Post schreibe, gibt es bereits 101 Wörter der Woche. Wenn ihr den Post lest, sind es schon 102. Aus dieser ganzen Sammlung habe ich euch meine neun liebsten herausgesucht und möchte sie euch vorstellen:




Und ich möchte eure Worte der Woche sehen! Für die Beantwortung der Kommentarfrage bekommt ihr ein Extralos für ein Buch eurer Wahl aus dem aktuellen Programm. Sendet mir bis einschließlich dem 24. April ein von euch selbst gestaltetes Wort der Woche zu und ihr sammelt dadurch ein weiteres Los für jedes Buch, für das ihr euch beworben habt! Die Wörter der Woche würde ich sehr gerne auf dem Blog vorstellen. Also freue ich mich riesig auf eure Einsendungen!

Und so geht es weiter


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Kommentarfrage: Welches ist euer allerliebstes Wort und wieso?

(Mit der Beantwortung dieser Frage sammelt ihr ein Extralos für eines der Bücher aus dem aktuellen Programm. Schickt ihr mit bis einschließlich dem 24. April 2016 euer selbst gestaltetes Wort der Woche, hüpft ihr außerdem noch mit einem weiteren Los in den Lostopf. Und zwar für alle Bücher, bei denen ihr euch beworben habt.)

Augenblicke | Der Geruch von Häusern anderer Leute - Bonnie-Sue Hitchcock


Der Geruch von Häsuern anderer Leute | von Bonnie-Sue Hitchcock | Übersetzer: Sonja Finck | Hardcover | 320 Seiten | 17.99€ (D) Kaufen?


Alyce weiß nicht, wie sie Fischen und Tanzen in Einklang bringen soll. Ruth hat ein Geheimnis, das sie nicht mehr lange verbergen kann. Dora will ihren Vater nie wieder sehen und wird von Dumplings Familie aufgenommen. Hank und seine Brüder hauen von zu Hause ab, doch einer von ihnen gerät dabei in große Gefahr. Und trifft auf Alyce … Hier, unweit des nördlichen Polarkreises, wo der Alltag manchmal unerbittlich ist, kreuzen sich ihre Lebenswege immer wieder. Sie kommen einander näher, versuchen einander zu retten. Und wenn man es am wenigsten erwartet, gelingt es.

Über die Autorin: Bonnie-Sue Hitchcock ist in Alaska geboren und aufgewachsen. Sie war viele Jahre mit ihrer Familie in der Fischerei tätig und zog ihre Kinder auf einem Boot groß. Außerdem arbeitete sie als Reporterin für Alaska Public Radio und war Moderatorin und Produzentin der „Independent Native News” mit Schwerpunkt auf den indigenen Völkern Nordamerikas.



Meine Meinung zum Buch: Der Geruch von Häusern anderer Leute spielt nicht in unserer Zeit sondern im Alaska der 60er Jahre. Kurz zuvor gab es einen Konflikt, der im Prolog kurz erwähnt wird. Im 19. Jahrhundert wurde Alaska, was damals eine russische Kolonie war, an die USA verkauft und fortan von ihnen verwaltet. Alaska bekam jedoch schnell eine eigene Regierung und wurde zu Beginn des 20. Jahrhundert sogar in den Kongress der Vereinigten Staaten aufgenommen. 1959 schließlich wurde Alaska der 49. Bundesstaat der USA. Viele Bürger Alaskas wollten diesen Status Alaskas auch erreichen aber nicht die Familien der Mädchen und Jungen, die in diesem Buch zu Wort kommen. So versuchen ihre Väter alles Mögliche, damit das nicht geschieht. Und durch diesen Versuch verliert der eine oder andere seinen Vater auch… Der Hauptteil des Buches spielt ein paar Jahre später und die Erzähler, die damals noch klein waren, können nicht richtig fassen, was damals genau passiert ist und wieso es Gegner des Alaska Statehood Acts gab. Sie sind unbeteiligt an dem Geschehen und ich fragte mich nicht nur einmal, ob man dies genauso erklären kann, wie die Trennung Deutschlands oder andere wichtige Ereignisse, die wir nicht mehr richtig mitbekommen haben. Kommt daher diese Unbeteiligtheit oder hat sich tatsächlich nicht so viel verändert? Ein schöner Denkansatz.

Stattdessen haben die Protagnistinnen und Protagonisten des Buches ganz andere Probleme, die ich im nächsten Abschnitt auch vorgestellt habe. Diese kommen alle sehr gut zum Vorschein, da das Buch mehrstimmig geschrieben ist und wie die Handlung aus vier Sichten lesen. Darüber hinaus gibt es noch viele andere Charaktere, die für die Geschichte wichtig sind. Trotz dieser Vielzahl von Stimmen und Geschichten ist das Buch allerdings nicht verwirrend. Die einzelnen Fäden werden so geschickt ineinander verwoben, dass sie bald schon keine einzelnen mehr sind und man sich ständig an anderen Punkten und Beziehungen orientieren kann.

Nicht nur diesen Punkt hat Bonnie-Sue Hitchcock sehr gut hinbekommen. Das ganze Buch wurde scharfsinnig und gestochen geschrieben und trifft immer genau auf den Punkt. Ich bewundere sie sehr denn trotz ihres Alters hat sie ein herausragendes Buch geschrieben, das von all dem zeugt, was sie die Jahre über gesehen und gemerkt hat. Während viele Schriftstellerinnen noch sehr jung ist, hat Frau Hitchcock den Start auch noch später geschafft und bringt so eine Menge geschichtlichen Hintergrund ein, den nicht jeder hat. Dieses Bewusstsein, dass alles, was man da liest auf historischer Ebene stimmt und auch die Schicksale der Charaktere machen das Buch darüber hinaus sehr emotional und berührend. Das ganze Geschehen wird greifbar und man fühlt sich sofort in diese Zeit versetzt.

Die Protagonistin: Der Geruch von Häusern anderer Leute unterscheidet sich von den anderen Augenblicke-Büchern insofern, dass wir nicht eine starke Protagonistin haben sondern das Buch mehrstimmig ist.

Alyce Eltern sind getrennt und jeden Sommer besucht sie ihren Vater, um ihm beim Fischen auf seinem Boot zur Hand zu gehen. Für sie ist das wichtig, da ihr Vater durch die Trennung schon auf ihre Mutter verzichten muss und doch findet sie es diesen Monat besonders schlimm, denn ihre große Leidenschaft ist das Tanzen und durch ihre Hilfe auf dem Schiff verpasst sie ein wichtiges Vortanzen. Davon will sie ihrem Vater nichts erzählen, denn sie möchte ihn nicht im Stich lassen. Doch dann trifft sie einen ganz besonderen Jungen.
Ruth hat ein Geheimnis, das aber nicht mehr so lange geheim bleiben wird. Denn sie ist schwanger und der Vater des Kindes hat von heute auf morgen mit ihr Schluss gemacht. Sie hat Angst davor, es ihrer Oma zu sagen aber als diese es dann doch erfahren muss, schickt sie Ruth in ein kanadisches Kloster, in dem sich einiges für die verändert.
Dora ist in armen Verhältnissen aufgewachsen. Ihre Mutter kümmert sich nicht um sie und ihr Vaterist im Gefängnis. Sie flüchtet sich zu Dumplings Familie, die sie liebevoll aufnimmt und hat Angst, dass sie diese Familie bald wieder verlassen muss. Besonders dann, als ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen wird.
Hank und seine zwei Brüder flüchten von zu Hause, Ihr Vater ist verschwunden und auch sie halten es dort nicht mehr aus. Als blinde Passagiere gehen sie auf ein Passagierschiff, dass sie von Alaska wegbringen soll. Aber dann passiert etwas, mit dem sie nicht gerechnet hätten.

So geheimnisvoll meine Charaktervorstellungen auch klingen, das müssen sie sein. Sie machen so den Reiz des Buches aus und wie in diesen besonderen Filmen verbinden sich die Lebenswege von allen Charakteren zu einem großen Ganzen, das vom Leser selbst entdeckt werden muss.

Die Thematik: Das Buch lebt nicht von einer tiefgehenden Thematik. Man kann hier Identität und Heimat ebenso aufführen, wie Konflikte innerhalb einer Familie. Aber das Buch hat für mich einen anderen Schwerpunkt. Auf der einen Seite lebt es durch die Charaktere, deren Handlungen sich immer wieder ineinander verweben und schon bald nicht mehr getrennt werden können. Auf der anderen Seite ist dieses Buch ein für mich auf kultureller Seite wichtiges Buch denn wir erleben ein Alaska der 60er Jahre und bekommen einen Eindruck vom Leben dort, den wir so wahrscheinlich nie bekommen würden.

Wieso dieses Buch ein Königskinder Buch ist: Es ist emotional und mehrstimmig und vereint mehrere Lebensentwürfe in einer Kultur, die uns eher unbekannt ist. Das Buch schlägt beim Leser ein und klingt noch ganz lange nach.


Wieso es nicht in eurem Regal fehlen sollte: Ich habe das Buch schon Mitte März gelesen und noch heute habe ich es sehr stark im Kopf. Es geistert durch meine Gedanken und bringt mich immer noch zum Nachdenken. Außerdem ist es für mich ein absolutes Muss in fremde Kulturen einzutauchen. Wer das ebenfalls mag ist hier absolut richtig. 

Mehrstimmig und absolut wortgewaltig schreibt Bonnie-Sue Hitchcock über das Alaska der 60er Jahre und über junge Protagonistinnen und Protagonisten, deren Schicksale sich auf wundersame Weise verknüpfen. Das Buch hallt noch lange nach und wird mir hoffentlich noch lange im Gedächtnis bleiben. Der Geruch von Häusern anderer Leute ist mein liebstes Buch aus dem aktuellen Programm und hat sich diesen Titel auch wirklich verdient.


Und so geht es weiter


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Kommentarfrage: Liebt ihr es ebenso sehr wie ich, von fernen Kulturen zu lesen? Ich welche Kultur und/oder welche Zeit würdet ihr denn gerne einmal literarisch abtauchen?

(Mit der Beantwortung dieser Frage sammelt ihr das Los für Der Geruch von Häusern anderer Leute von Bonnie-Sue Hitchcock.)

Augenblicke | Jane & Miss Tennyson - Emma Mills


Jane & Miss Tennyson | von Emma Mills | Übersetzer: Katharina Diestelmeier | Hardcover | 496 Seiten | 18.99€ (D) Kaufen?


Devon würde eigentlich nichts an ihrem Leben ändern. Sie ist zufrieden damit, heimlich in ihren besten Freund verliebt zu sein und die Zukunft zu ignorieren. Aber das Leben macht nicht mit. Erst zieht ihr Cousin Foster, ein unverbesserlicher Sonderling mit einem überraschenden Talent für Football, bei ihnen ein. Dann taucht der unausstehliche, überhebliche und unerträglich attraktive Ezra auf. Devon hätte nie erwartet, dass Foster der Bruder wird, den sie nie haben wollte; oder dass Ezra ihre Lieblingsschriftstellerin Jane Austen liest, selbst wenn er Stolz und Vorurteil zunächst für die Fortsetzung von Verstand und Gefühl gehalten hat.

Über die Autorin: Emma Mills ist in den USA besser bekannt als vlogger Elmify. „Jane & Miss Tennyson“ ist ihr Debütroman.



Meine Meinung zum Buch: Jane & Miss Tennyson habe ich mir bis ganz zum Schluss aufgehoben und es von den aktuellen 5 erst ganz zum Schluss gelesen, da ich genauso wie die Protagonistin ein riesengroßer Jane Austen Fan bin und ich unbedingt wissen musste, was Emma Mills sich dabei ausgedacht hat. Der Einstieg ins Buch fiel mit zunächst etwas schwerer, denn mir hat Jane Austens Anteil etwas gefehlt und ich wurde gleich von einer großen Football Welle überschwemmt. Denn neben Jane nimmt dieser Sport auch einen sehr großen Teil des Buches ein und, da ich nicht so das Sportass bin und mir Football auch eher befremdlich ist, hat das nicht unbedingt zu einem leichten Einstieg beigetragen.

Doch dann kam Ezra und meine Lust am Buch steigerte sich enorm. Ezra ist DER Mr. Darcy schlechthin und hat so direkt einen Platz in meinem Herzen ergattert. Im Folgenden sind die Seiten nur so dahin geflogen und ich habe auf ein glückliches Ende für Devon und Ezra gehofft. Doch auch neben dieser Liebesgeschichte hält Jane & Miss Tennyson einiges für den Leser bereit. Foster, Devons Cousin zieht bei ihr ein, da sein Vater gestorben ist und seine Mutter drogenabhängig wurde. Devon ist genervt von Foster. Er ist für die absolut merkwürdig und anhänglich und dass sie auf eine Schule gehen, ist ihr peinlich. Darüber hinaus gibt es da noch Cas, ihren besten Freund, und Lindsay, von der Devon nicht weiß, was sie genau will. Und dann ist da noch ihre große ungewisse Zukunft und all die anderen Probleme, die das Erwachsen werden so mit sich bringt.

Über all das schreibt Emma Mills ganz bezaubernd und schon bald vereinigten sich die beiden Themen Jane Austen und Football zu einem großen Komplex, den man weder trennen konnte noch wollte. Mich hat das Buchfieber gepackt und ich war hin und hergerissen zwischen das Ende der Geschichte wissen und für immer weiterlesen.

Die Protagonistin: Devon ist eine tolle Protagonistin! Schon auf den ersten Seiten verfällt man ihrem Humor und ihren Gedanken. Ganz besonders dann, wenn sie sich um Jane Austen drehen. Aber auch die nachdenklicheren Seiten an ihr liebte ich. Für sie ist die Zeit nach ihrer Schulzeit ein großes Fragezeichen und sie scheint noch nicht so richtig zu wissen, was genau sie später machen will, an welches College sie gehen will und ob sie überhaupt studieren will. Exakt so ging es mir auch vor ein paar Jahren und selbst heute frage ich mich, was überhaupt nach meinem Studium alles passieren soll. Man kann sich wundervoll mit ihr identifizieren. Nicht nur, was das College angeht sondern auch ihre Gefühle für Cas, für Ezra und für Foster. Fast noch schöner ist es, wenn man ihr dabei zusieht, wie sie an diesen ganzen Problemen wächst und zu einer ebenso starken Frau wird, wie Lizzie Bennet es ist.

Die Thematik: Während in den anderen Königskinder Büchern dieses Programms die Thematik oft sehr versteckt ist und man sie erst nach längerem Überlegen erkennt, ist sie in Jane & Miss Tennyson sehr deutlich. Das Buch ist eine klassische Coming-Of-Age Geschichte, in der Devon an ihren Problemen wachsen und einen weiteren Schritt in Richtung Erwachsen sein gehen muss. Ebenso, wie Jane Austens Heldinnen muss sie lernen mit Stolz, Vorurteil, Gefühl und Verstand umzugehen, um so ihr Glück zu finden. Und das findet sie nicht nur bei Mr. Darcy sondern auch in einem College, neuen Freunden und einem nie dagewesenen Bruder.

Wieso dieses Buch ein Königskinder Buch ist: Lange habe ich überlegt, wieso gerade Jane & Miss Tennyson ein Königskinderbuch ist. Dass es das ist, liegt auf der Hand. Es passt einfach und hätte ich das Buch gelesen ohne den Verlag zu kennen, dann wären die Königskinder einer der ersten Verlage gewesen, die ich nennen würde, wenn ich raten sollte. Es ist romantisch und mit ganz viel Herz geschrieben.


Wieso es nicht in eurem Regal fehlen sollte: Für alle Jane Austen und Schnulzen Fans da draußen ist das das perfekte Buch. Ich konnte mich teilweise gar nicht mehr einkriegen vor Herzschmerz, Schmetterlinge im Bauch und ganz vielen Gefühlen. Wenn es auch genau geht und ihr diese Bücher so sehr liebt, wie ich, dann müsst ihr sofort zugreifen. 

Ich bin begeistert von Jane & Miss Tennyson. Obwohl ich anfangs vom Football etwas verunsichert wurde, liebte ich Devon, Foster und natürlich Ezra sehr und die ganzen Anspielungen auf Jane Austen machten das Buch ebenso perfekt, wie die Tatsache, dass die Liebe zwischen Devon und Ezra als die Liebe zwischen Lizzie und Mr. Darcy gesehen werden kann. Definitiv eines meiner Highlights 2016. 




Und so geht es weiter


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Kommentarfrage: Devon und ich sind ja große Jane Austen Fans. Gibt es auch einen Autoren/eine Autorin, die ihr ebenso liebt, wie wir Jane? Wie macht sich das bei euch bemerkbar?

(Mit der Beantwortung dieser Frage sammelt ihr das Los für Jane & Miss Tennyson von Emma Mills.)