Rezensionen | Impress im Oktober

by - 11/22/2016



The Evil Me | von Stefanie Hasse | Verlag: impress by Carlsen | erschienen am 06.10.2016 | Übersetzer: - | eBook | 340 Seiten | 3.99€ (D) Kaufen? Amazon Verlag




**Du kennst niemanden weniger als dich selbst…**


Eine bessere Welt, ein erweiterter Horizont, grenzenloses Wissen und die ununterbrochene Möglichkeit, mit jedem und allen in Verbindung zu treten – das und noch viel mehr verspricht die Koryphäe Zukunft, der MindLog. Monica wartet gefühlt schon ihr ganzes Leben darauf, endlich den Chip eingepflanzt zu bekommen. Fast alle in ihrem Freundeskreis haben ihn bereits und der Graben zwischen ihnen wird immer tiefer. Als es zu ihrem achtzehnten Geburtstag endlich dazu kommt, ist die Erfahrung überwältigend. Doch dann beginnen ihre Freunde sich zu verändern. Auf Blackouts folgen unheimliche Identitätsstörungen und böse Taten. Was ist nur mit ihren Freunden los? Und was geschieht mit ihr, wenn sie selbst das Bewusstsein verliert…? (Quelle: Verlag)
Mit The Evil Me bringt Stefanie Hasse ihren neuen Roman auf den impress Markt. Die Book Elements-Reihe habe ich leider noch nicht gelesen, dafür konnte mich aber Luca & Allegra begeistern. . Dadurch war ich sehr gespannt auf Stefanies neuen Roman und auch das Thema, das einen ausgeklügelten Science-Fiction Thriller verspricht, hat mich sehr neugierig auf das Buch gemacht. Ich habe das Buch an einem Abend begonnen, an dem ich mir fest vorgenommen habe, recht bald zu Bett zu gehen. Ich wollte noch ein wenig in die Geschichte reinlesen, um sie am nächsten Tag dann letztendlich zu beenden. Doch es kam anders als gedacht. Ich klebte förmlich am Buch und konnte es tatsächlich nicht zur Seite legen, bevor ich nicht die letzte Seite gelesen hatte. The Evil Me hat mich gefesselt und mich mit diesem Ende wirklich noch lange Zeit sprachlos zurückgelassen. Stefanie Hasse schafft es doch immer wieder, den Leser mit ihren Enden zu schocken und genau das ist das, was ich an ihren Büchern liebe:  Man erwartet ein glückliches, abgeschlossenes Ende und bekommt etwas ganz anderes. Wer sie kennt weiß, dass er das erwarten kann, an alle Andern: Behaltet im Hintergrund, dass ihr kein hundertprozentiges Happy End bekommt.

Nun aber zum Inhalt. Monica wird bald 18 und kann es nicht erwarten, ein MindLog implantiert zu bekommen. Das ist ein kleines Smartphone, das in die Köpfe der Bürger eingepflanzt wird und mit dem man ständigen Zugriff auf alles hat, was wir heute mit unseren Smartphones erledigen können. Alle ihre Freunde und sogar ihre Mutter haben bereits eins und sie fühlt sich zu nehmend in der Außenseiterrolle. Kurz vor ihrem 18. Geburtstag geschehen jedoch merkwürdige Dinge und die MindLog Träger scheinen sich zu nehmend merkwürdig zu benehmen. Sie scheinen nicht mehr sie selbst zu sein und Monika bekommt es mit der Angst zu tun. Schnell findet sie Verbündete, dennoch ist es für sie zu spät, denn als sie die wahre Gefahr hinter den MindLogs erkennt, hat sie sich selbst eines der Geräte implantiert. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, denn ich liebe Zukunftsvisionen dir ein bisschen mehr mit Technik zu tun haben als viele andere Dystopien und aus diesem Grund zieht es mich doch immer wieder zum Genre Science Fiction.


Monikas selbst war nicht mein Lieblingscharakter, dennoch habe ich das ganze Buch über sehr gut mit ihr mitfühlen und sie verstehen können, denn sie wurde sehr glaubhaft beschrieben und selbst wenn man nicht immer mit ihr einer Meinung ist und sie oftmals sehr naiv handelt, kann man sie und ihr Handeln sehr gut nachvollziehen und ich finde dieses auch für eine Jugendliche sehr glaubhaft. Gerade durch die Sache mit den MindLogs bekommt man keinen wirklichen Eindruck von Monikas Umfeld, denn dadurch, dass sie MindLog Träger sind, kann man ihnen nie voll und ganz vertrauen. Allein Monikas Vater, der noch auf sein altes Smartphone vertraut stellt eine Bezugsperson dar, auf die wir uns als Leser voll und ganz verlassen können. Er schafft es auch eine gewisse Konstante in das Leben und in den gesamten Roman zu bringen und auch wenn ich dieses Misstrauen als einen Kunstgriff von Stefanie Hasse ansehe, war doch sehr gut, einen Ruhepol in der Geschichte zu wissen. Auch die Entwicklung des Buches hat mir sehr gut gefallen. Es war unvorhersehbar, spannend und regte sehr zum Nachdenken an. Besonders toll finde ich, dass wir mit nun einmal an Einzelband von Stefanie Hasse bekommen und nach diesem tollen Buch freue ich mich jetzt schon auf alles weitere von ihr.

The Evil Me ist ein spannungsgeladener Sci-Fi Thriller, der den Leser an seine Handlung fesselt, und den man in einem Rutsch auslesen will. Mir hat die Atmosphäre des Buches und die Entwicklung der Geschichte besonders gut gefallen und ich kann diesen Einzelband von Stefanie Hasse bedenkenlos empfehlen.





Forbidden Touch: Neun Seelen | von Kerstin Ruhkieck | Verlag: impress by Carlsen | erschienen am 06.10.2016 | Übersetzer: - | eBook | 473 Seiten | 3.99€ (D) Kaufen? Amazon Verlag


Forbidden Touch
# 3 Neun Seelen

**Gefeiert, verbrannt und rachsüchtig**

Auch wenn sie in einem System aufgewachsen ist, in dem die drei Ligen der Schönheit über den Wert eines Menschen entscheiden, glaubt Leilani fest an die Gleichheit aller menschlichen Seelen. Sie würde jederzeit ihr Leben riskieren, um eine weitere Person zu retten und auf die Insel der Ausgestoßenen zu bringen. Für sie steckt in jedem Menschen etwas Gutes. Sogar in Camp van Pinz, dem einstigen Designer aus Liga 1, der nach einem überlebten Brandanschlag nichts mehr zu empfinden scheint als Rachsucht und Hass. Zusammen mit ihm und den anderen Verbündeten setzen sie alles daran, um dem alleinigen Herrscher über AurA Eupa ein für alle Mal ein Ende zu setzen… (Quelle: Verlag)

Ich war ein sehr großer Fan der Trilogie und habe die beiden ersten Bände sehr gerne gelesen. Auch auf den dritten Teil war ich sehr gespannt und habe mich gefragt, wie es mit meinen liebsten Charakteren wohl nun ausgehen wird. Zu Beginn fiel der Einstieg sehr schwer, denn es gab viele Längen, viele Erklärungen von Charakterbeziehungen, die schon längst klar waren, und generell vieles, was die Charaktere beschäftigt hat. Das war zwar besonders im Ausblick auf die Probleme der Charaktere und die Hürden, die überwunden werden müssen, sehr interessant, das Ganze hat sich dadurch aber auch sehr in die Länge gezogen. Insgesamt erfährt man wenig Neues und man wartet auf die beginnende Spannung. 

Ich hielt das ganze für einen langsamen Start und habe gehofft dass sich das Buch, zumindest nach dem ersten Drittel, schnell steigern wird und zu dem gewünschten Finale führt. Stattdessen wartet man sehr lange auf einem Spannungsanstieg und anstatt die Dystopie zu einem Ende zu bringen, dass sie nach dieser spannenden einführenden Thematik verdient hat. Als danach, nach über der Hälfte, endlich ein wenig Spannung da war, wurde ich letztendlich doch wieder schnell enttäuscht denn die Spannung bezog sich wieder hauptsächlich auf zwischenmenschliche Beziehungen und es wurde nicht weiter auf die doch sehr spannende Thematik der Dystopie eingegangen. Man findet keine gute Lösung  der Frage, wie man das Problem der Einteilung in Schönheitsgruppen regeln möchte sondern findet sich sehr schnell in einem großen Gefühlschaos wieder, das zwar recht schnell im Verlaufe des Buches gelöst wird, letztendlich jedoch die eigentliche Problematik der Dystopie in den Hintergrund stellt. Das war sehr schade denn besonders diese Thematik war ja das, was mich sehr an der Reihe begeistert hat. Die Lösung dieses Problems findet am Ende sehr schnell statt und geschah sehr typisch. Das ist letztendlich der Punkt, der mir am Buch nicht gefallen hat und der mir die, ansonsten sehr gute Reihe, ein wenig schlechter hat ausfallen lassen. An dieser Stelle habe ich mir von der Autorin einfach mehr Ideen gewünscht, mehr Neues und eine schöne Lösung. Denn Problematiken einer Dystopie (und weniger das Ganze drum herum) sollten meiner Meinung nach immer letztendlich ausreichend gelöst und geklärt werden.


Das Thema der zwischenmenschlichen Beziehungen stand für mich immer am Rand, dennoch wurde es nun im letzten Teil besonders in den Vordergrund gehoben. Das war zwar nicht für mich, wie schon häufiger gesagt, das zentrale Thema und hat die Geschichte für mich auch häufig weniger spannend gemacht, dennoch muss ich auch hier an dieser Stelle die Autoren loben, denn sie hat es geschafft, wirklich außergewöhnliche Beziehungen in das Buch einzubringen, die sehr zum nachdenken anregen und nicht der Norm entsprechen. Man müsste sogar eher sagen, dass sie dem heutigen teilweise immer noch sehr verklemmte Gesellschaftsbild nicht entsprechen und nicht alltäglich sind. Tatsächlich sind sie jedoch Beziehungen, die normal sind und ich finde es schön, dass die Autoren es schafft diese eigentlich doch normalen Beziehungen auch als solche darzustellen und dem Leser ein bisschen die Augen zu öffnen und ihn auf solches hinzuweisen. Es stimmt zwar, dass gerade diese Thematik nicht sehr zum Spannungsverlauf der Geschichte beigetragen hat und für mich die eigentliche Thematik in den Hintergrund gestellt hat, allerdings muss man an dieser Stelle auch sagen dass Kerstin Ruhkieck genau diesen Punkt sehr gut gemeistert hat. 

Auch der Schreibstil war wieder sehr gut und lesbar und die Charaktere wunderbar gezeichnet. Das kennen wir ja bereits aus den anderen Büchern der Trilogie, dennoch muss auch hier noch einmal genannt werden, dass die Charaktere wirklich eine außergewöhnliche Entwicklung durchmachen, diese glaubhaft rüber kommt und schön zu lesen ist. Letzt endlich ist es also sehr schade, dass das Ende der Trilogie nicht so ausgefallen ist, wie ich es mir gerne gewünscht hat und letztendlich auch nicht mehr ganz den üblichen Mustern einer Dystopie entspricht. Dennoch finde ich Kerstin Ruhkiecks Leistung sehr toll und hoffe, dass wir bald wieder von dir lesen werden.
Nachdem mich die Trilogie in den ersten beiden Bänden sehr begeistern konnte, blieb im Finale mehr Enttäuschung übrig. Die eigentliche dystopische Problematik verschwindet fast gänzlich und wird später nur noch in einem flachen Finale aufgelöst. Mehr stehen hier zwischenmenschliche Beziehungen im Vordergrund, die ich sehr schön fand, die jedoch letztendlich nicht der Hauptbestandteil einer Dystopie sein sollen. Dennoch mochte ich Kerstin Ruhkiecks Schreibstil immer sehr und freue mich auf weitere Bücher von ihr.


Vielen Dank an den impress Verlag für die beiden  *Rezensionsexemplare.

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