Rezension | Drachenreiter: Die Feder eines Greifs - Cornelia Funke

by - 11/10/2016

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Drachenreiter: Die Feder eines Greifs | von Cornelia Funke | Verlag: Dressler | erschienen am 26.09.2016 | Übersetzer: - | Hardcover | 416 Seiten | 18.99€ (D) Kaufen?




Drachenreiter

# 1 Drachenreiter
#2 Die Feder eines Greifs


Zwei Jahre nach ihrem Sieg über Nesselbrand erwartet Ben, Barnabas und Fliegenbein ein neues Abenteuer: Der Nachwuchs des letzten Pegasus ist bedroht! Nur die Sonnenfeder eines Greifs kann ihre Art noch retten. Gemeinsam mit einer fliegenden Ratte, einem Fjordtroll und einer nervösen Papageiin reisen die Gefährten nach Indonesien. Auf der Suche nach dem gefährlichsten aller Fabelwesen merken sie schnell: sie brauchen die Hilfe eines Drachens und seines Kobolds. (Quelle: Verlag)
Viele Jahre nach Drachenreiter kommt die große Neuigkeit: Es geht weiter mit den Abenteuern von Lung, Schwefelfell, Barnabas, Ben und den anderen. Ich habe Drachenreiter damals direkt mit dem Erscheinen gelesen und kann gar nicht oft genug betonen, wie sehr ich Cornelia Funke und ihre Geschichten mag. Und so war für mich schnell klar, dass ich auch diesen zweiten Band lesen musste. Der Einstieg fiel mir, trotz der vielen Zeit, die vergangen war, sehr leicht. Ich habe mir kurz vor Beginn eine Inhaltszusammenfassung von Band 1 durchgelesen und da Band 2 zwei Jahre später spielt und die Geschichte losgelöst von den Geschehnissen in Band 1 ist, kam ich sehr gut in die Geschichte rein.

Wenn Drachen träumen, fliegen sie. - Seite 156

Was mich auf den ersten Blick erst einmal besonders gefreut hat, waren die zahlreichen Illustrationen. Im ersten Band findet man am Anfang eines jeden Kapitels immer nur eine kleine Zeichnung, in Die Feder eines Greifs sind sie zahlreicher, größer und wie immer sehr schön und passend. Ich finde es toll, Zeichnungen von Cornelia Funke in ihren Büchern zu finden, denn sie weiß am besten, wie sie sich alles vorgestellt hat und sie machen die Handlung direkt noch einmal lebendiger.

Es war abscheulich, wenn das Herz an zwei Orten liebte. - Seite 206

Über den Schreibstil von Cornelia Funke mag ich gar nicht mehr viel sagen, aber ich erwähne ihn natürlich der Vollständigkeit halber. Bei ihr ist es ja immer so, dass man den Schreibstil mag oder eben gar nicht. Ich gehöre zu der ersteren Gruppe und mag diese verträumte, das ihm anhaftet. Auch, wenn dabei manchmal Spannung verloren geht. Wenn ihr sonst nicht sehr viel mit Cornelia Funkes Stil anfangen könnt, dann seid auch bei diesem Buch vorsichtig, denn Die Feder eines Greifs ist zu hundert Prozent Cornelia Funke!

"Seit wann misst du die Nützlichkeit von Freunden an ihrer Größe? Ich bin sehr enttäuscht, mein Sohn. Von mir hast du das nicht gelernt." - Seite 224

Was ich an ihren Geschichten so toll finde ist, dass es eigentlich Geschichten für Kinder sind und ich sie mit meinen über 20 Jahren lese und sie für mich nicht albern oder kindlich wirken. Ich bin der festen Überzeugung, dass Cornelia Funke nicht für Kinder schreibt sondern für alle, denn trägt nicht jeder noch das Kind in sich? Und genau das spricht Cornelia Funke mit ihren Werken an, ohne dass man es selbst merkt. Denn auch ich war mir unsicher, ob ich dem Drachenreiter nicht entwachsen war und doch habe ich erst lange nach Beenden des Buches festgestellt, dass ich nicht an ein Kinderbuch erinnert wurde. Für Kinder ist es aber, das glaube ich ganz fest, genau das.

"Vielleicht sollte man seine Freunde nicht danach aussuchen, welcher Art sie angehören, sondern danach, wie ihre Herzen beschaffen sind?" - Seite 377


Das neue Abenteuer von Ben und Co. war auch sehr interessant und schön gestaltet. Es bringt uns neue Fabelwesen (und Babys!!!) und entführt uns in noch fernere Welten, als die, die im ersten Teil erkundet wurden. Es bringt uns einen neuen Bösewicht und viele neue Helden und ganz viel Entwicklung und die Geschichte war wieder einmal magisch. Dennoch muss ich schlussendlich noch als Kritikpunkt anbringen, dass dieses Buch trotz seiner ganzen Magie und Schönheit für mich einfach nicht an Drachenreiter heranreichen kann. Denn dieser übertrumpft es um Weiten und es war für mich einfach nicht voll und ganz Drachenreiter. 

Cornelia Funke hat meine Kindheit wieder auferstehen lassen und hat mit Die Feder eines Greifs einen Drachenreiter-Roman erschaffen, der auch Erwachsene begeistert in den Seiten versinken lässt. Ich habe mich sehr auf das Wiedersehen mit Ben, Lung, Schwefelfell (besonders Schwefelfell!) und Co. gefreut und war sehr glücklich, wieder in ihre Welt abzutauchen. Allerdings muss ich auch gestehen, dass der zweite Teil kaum an den ersten herankommt und mich lange nicht so sehr verzaubern konnte, wie Lungs erstes Abenteuer.



Vielen herzlichen Dank an die Netzwerkagentur Bookmark und den Dressler Verlag für das schöne *Rezensionsexemplar.

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3 Kommentare

  1. Ich freue mich so darauf das Buch bald zu lesen :)
    Schöne Rezension <3

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  2. Hey Jule,

    ich finde auch, dass Cornelia Funke ein wahnsinniges Talent dafür hat Bücher für "alle" zu schreiben :-)
    Beide Bücher sind so unterschiedlich und doch magisch. Und mein Favorit ist einfach Fliegenbein :-) Aber Schwefelfell ist auch cool ;-)

    Liebe Grüße
    Sandra

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  3. Eine schöne Rezi Jule :) Das hast du echt gut geschrieben, und die Zitate finde ich besonders toll ausgewählt.

    Ich war früher auch ein großer Fan von Schwefelfell :D Band Eins werde ich hoffentlich bald mal re-readen können, aber bei diesem Teil überlege ich immer noch, ob er bei mir einziehen darf... Mal sehen.

    Allerliebste Grüße, Sandy ❤

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