Rezension | Vor mir die Sterne - Beth Harbison

by - 8/23/2016


Vor mir die Sterne | von Beth Harbison | Verlag: Aufbau | erschienen am 18.07.2016 | Übersetzer: Corinna Rodewald | Taschenbuch | 395 Seiten | 9.99€ (D) Kaufen?


Was wäre, wenn …? Wenn ich ihn damals geküsst hätte? Wenn ich ihm gesagt hätte, wie sehr ich ihn liebe? Kurz vor ihrem 38. Geburtstag gerät Ramie Phillips in die Krise: Sie hat alles, was sie immer wollte – eine Karriere, tolle Freunde, ein Leben im Wohlstand. Aber ist sie glücklich? Als sie nach einem Unfall wieder zu sich kommt, ist Ramie plötzlich noch einmal 18 Jahre alt. Und sie kann alle Entscheidungen von damals mit dem Wissen von heute erneut treffen. Doch dafür muss sie die Antwort darauf finden, wie ihre Zukunft aussehen soll – und nach welchen Sternen sie greifen will. Ein bezaubernder Roman über zweite Chancen und unsere Umwege zum Glück. (Quelle: Verlag)

Ich liebe den Film 30 über Nacht und wer ihn nicht kennt, sollte ihn sich unbedingt mal ansehen. Aus diesem Grund hat mich Vor mir die Sterne direkt wie magisch angezogen. Während die Hauptdarstellerin im Film über Nacht plötzlich 30 Jahre alt und somit erwachsen ist, und sich den Problemen ihres späteren Lebens stellen muss, damit sie diese hoffentlich in ihrer Gegenwart schon zum positiven verändern kann, steht Ramie vor dem umgekehrten Problem. Sie wacht am Tag ihres 38. Geburtstags auf und stellt fest, dass sie wieder 18 ist und in der Vergangenheit gefangen. Sie sieht nur eine Lösung: Irgendetwas hat sie falsch gemacht und ihre Aufgabe ist es, alles wieder richtig zu biegen. Da wäre einmal ihr Vater, der viel zu früh gestorben ist und ihr damaliger Freund, denn sie rücksichtslos verlassen hat. Die ganze Zeit weiß man als Leser nicht. Ob sie nun wirklich in der Vergangenheit steckt oder ob sie alles nur träumt aber es war sehr schön und emotional zu lesen, wie Ramie an dieses Problem herangeht.

Zuerst einmal muss sie sich nämlich bewusst werden, dass ihr jetziges Leben nicht so perfekt ist, wie es scheint und dann muss noch die richtige Entscheidung getroffen werden, die Ramie, wie sie hofft, wieder in die Gegenwart zurückschickt. Das geht mit vielen Erfolgserlebnissen einher aber auch mit der Gewissheit, dass man in wenigen Tagen nicht alles verändern kann und schon gar nicht das, was schon viel früher seinen Anfang genommen hat. Ramie gerät ins Nachdenken und mit ihr der Leser. Ich kann es gar nicht anders ausdrücken als zu sagen, dass mich das Buch schon von Beginn an sehr berührt und auch aufgewühlt hat. Besonders hervorheben kann ich hier nur Ramies Entwicklung. Anfangs ist sie ein Mensch, den ich nicht gerne zur Freundin haben würde aber am Ende ist sie jemand, den ich liebend gern als meine beste Freundin bezeichnen würde. Sie wächst an ihrer Aufgabe und das finde ich wunderschön.


Ich glaube, ich selbst würde auch noch einmal gern in eine frühere Zeit zurück gehen. Mit allen meinen Erfahrungen und Erinnerungen und das ganze noch einmal erleben, ohne dass es einen Einfluss auf die Gegenwart hat. Das stelle ich mir wundervoll vor aber wie das ganze bei Ramie abläuft und ausgeht, das müsst ihr selbst herausfinden. Das einzige, was mich am Buch gestört hat: Das Buch legt einen tollen Start und einen interessanten Mittelteil hin und als es dem Ende entgegen ging, habe ich mich gefragt, wann jetzt die große Sache kommt, die alles verändert. Stattdessen gibt es einen ganz komischen Cut und noch einmal eine ganz andere kurze und ziemlich verwirrende Szene, bevor es zur Auflösung in der Gegenwart kommt. Das ganze hat mich einfach sehr verwirrt und mich aus dem Lesefluss heraus gerissen. Letztendlich verstehe ich, wieso das alles ganz plausibel ist und seine Daseinsberechtigung hat aber mich lässt das Gefühl nicht los, dass man das auch eleganter hätte lösen können. 


Vor mir die Sterne von Beth Harbison ist eine tolle Was wäre wenn?-Geschichte, die berührt und zum Nachdenken anregt. Ich liebe besonders Ramies Entwicklung und die Gefühle, die damit beim Leser freigesetzt werden. Auch wenn mich das Buch zum Ende hin noch einmal ziemlich aus der Bahn geworfen hat, ist es definitiv eine Lektüreempfehlung, die ich mir zum Beispiel auch sehr gut in einem Buchclub vorstellen könnte.



Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das tolle *Rezensionsexemplar.




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5 Kommentare

  1. klingt nach einem tollen Buch, muss ich mir mal näher anschauen!
    Liebe grüße :)

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  2. Ich mag solche Was-wäre-wenn-Geschichten ebenfalls, so wie es ja bei "Eine Woche voller Montage" auch der Fall ist. Um so interessanter klingt "Vor mir die Sterne" für mich. Mal schauen wann das Buch bei mir einziehen darf :)

    LG Piglet <3

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  3. Huhu!

    Ich weiß gar nicht, wie oft ich "30 über Nacht" gesehen habe ... Jennifer Garner war in der Rolle einfach perfekt :). "Vor mir die Sterne" hat mir zwar bisher nichts gesagt, aber es wandert jetzt auf meine WuLi für den Herbst. Wenn ich erst einmal meine Arbeit zum Thema "digitaler Feuchtesensor" fertig habe (Schreibe da leider schon viel zu lange dran, deswegen hab ich jetzt etwas Stress deswegen), wird hoffentlich auch wieder einmal für anderes außer Fachbüchern zum Lesen Zeit sein ... Ich freu mich jedenfalls schon drauf!

    Liebe Grüße
    Marie

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  4. Huhu Julia,
    da sieht man mal wieder wie unterschiedlich ein und dasselbe Buch bei den Lesern ankommt. Mir hat das Buch nämlich leider gar nicht so gefallen. Irgendwie konnte mich die Geschichte nicht fesseln, ich mochte Ramie nicht so recht und überhaupt hat mir da was gefehlt.
    Aber ich freu mich sehr, dass die Geschichte es dir antun konnte.

    Alles Liebe, Nelly

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  5. Liebe Jule,
    na da bin ich aber positiv überrascht. Ich hatte zuvor nur Nellys Rezension gelesen, die wie man auch aus ihrem Kommentar entnehmen kann, nicht ganz so positiv ausgefallen ist. Da ihr eigentlich zwei seid, denen ich sehr traue, werde ich einfach mal reinlesen und schauen wer meiner Meinung nach von euch beiden recht hat. ;)

    Liebst, Lotta

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