Rezension | Die Auslese: Nichts ist, wie es scheint - Joelle Charbonneau

7/11/2016


Die Auslese: Nichts ist, wie es scheint | von Joelle Charbonneau | Verlag: Penhaligon | erschienen am 24.05.2016 | Übersetzer: Marianne Schmidt | Hardcover | 384 Seiten | 16.99€ (D) Kaufen?


Die Auslese

#1 Nur die Besten überleben
#2 Nichts vergessen und nie vergeben
#3 Nichts ist, wie es scheint


Sie ist bereit zu kämpfen – aber allein hat sie keine Chance ... Cia Vale hat die gefährliche Auslese überlebt, während sich Chaos und Wut in der Gesellschaft ausbreiten. Ein verheerender Bürgerkrieg steht bevor, und die Rebellen schmieden einen Plan, die grausame Regierung zu stürzen. Auch Cia ist bereit, um das Ende der Auslese zu kämpfen, aber sie kann es nicht alleine tun. Sie hofft auf die Loyalität ihrer Kameraden, doch das kann tödlich für sie enden. Denn Täuschung und Wahrheit liegen nah beieinander. Und der Einsatz ist hoch, denn auf dem Spiel steht das Leben all derer, die sie liebt. Wem kann Cia vertrauen? (Quelle: Verlag)


Endlich ist er da: Der finale Teil der Auslese-Trilogie. Sehr lange haben Kücki und ich auf ihn gewartet und endlich konnten wir die Reihe beenden, wie wir sie begonnen haben: Gemeinsam. Anfangs war ich dann doch sehr skeptisch, denn von anderen Bloggerinnen, die das Buch vor uns gelesen haben, habe ich gehört, dass sie es sehr enttäuschend und langweilig fanden. Rückblickend muss ich jetzt allerdings sagen, dass diese Skepsis und Sorge völlig unbegründet war. Ich habe den dritten Teil ebenso sehr geliebt, wie seine Vorgänger und er kann definitiv mit den anderen mithalten.

Von der Geschichte her ist es schon alles ein bisschen anders. Teil 1 und 2 verliefen in einem recht ähnlichen Schema. Die Auslese in zwei verschieden „Phasen“ stand im Vordergrund und beide Male hatte Cia mit anderen Aufgaben zu kämpfen. Diese blieben im dritten Teil aus aber dennoch gab es andere Thematiken, die mindestens genauso interessant waren.  Das hat mir sehr gut gefallen, denn dadurch ging das Buch von seinem Panem-ähnlichen Charakter weg und hat sich zum Ende hin noch einmal zu etwas eigenem entwickelt. Es wurde insgesamt sehr politisch und man fängt an, bestimmte Theorien im Kopf zu durchlaufen und versucht verzweifelt eine Lösung zu finden. Das Credo Cias Vater, vertraue niemandem, verfolgt auch im dritten Teil durchs ganze Buch und treibt mit dem Leser wieder ein Verwirrspiel. Denn obwohl wir manchmal nicht entscheiden können wer es ist, dem wir unser Vertrauen schenken sollen, müssen wir uns manchmal dafür oder dagegen entscheiden und diese Entscheidung ist oftmals nicht so einfach.

Das macht einen Großteil der Spannung aus, denn groß aufgezogene Actionszenen und einen riesigen Showdown sucht man im finalen Band der Trilogie vergeblich. Stattdessen sind die entscheidenden Szenen politisch spannend und nervenzerreißend, da man sich ständig fragen muss, wer nun die Wahrheit sagt und was der richtige Weg ist. Mit dem Ende war ich jedoch insgesamt sehr zufrieden. Ich mochte vor allen Dingen auch die Art, wie Joelle Charbonneau dieses Mal erneut ihre Charaktere konstruiert hat. Cia bleibt so wie sie ist, der Fels in der Bandung, die Person, der wir als Leser vertrauen können. Innerhalb des Buches entwickelt sie einige interessante Theorien, hat neue Erkenntnisse und entwickelt sich dadurch weiter. Ihre Art zu denken ist sehr scharfsinnig und so ist sie eine große Bereicherung für das Buch. Die anderen Charaktere bleiben in dem Maße im Hintergrund, dass man sich auch an den entscheidenden Stellen, ebenso, wie Cia, nicht entscheiden kann, ob man ihnen traut oder nicht. Es gibt nur wenige, denen sie vertraut und das tut der Leser mit ihr. Und doch bleibt da ein fragender Unterton im Hintergrund und so spielt Joelle Charbonneau nicht durch großartige Actionszenen mit ihrem Leser, sondern auf eine viel gemeinere Art.


Letztendlich bin ich sehr zufrieden mit dem Abschluss der Trilogie, ich war erst überrascht etwas völlig neues vorzutreffen, dass nicht mit den ersten beiden Bänden gleich läuft aber nach und nach konnte ich feststellen, dass es so, wie es jetzt ist, um einiges besser ist. Ich bin auf der einen Seite sehr traurig, dass ich nicht mehr in Cias Welt abtauchen kann. Auf der anderen Seite bin ich aber froh um den tollen Abschluss, den sie mit Nichts ist, wie es scheint gefunden hat.
Entgegen vieler Meinungen bin ich begeistert vom Abschluss dieser Trilogie. Joelle Charbonneau überzeugt nicht mit Actionszenen sondern mit einem spannenden Spiel mit dem Leser bei dem man nicht mehr sagen kann, wem man vertraut oder was das richtige ist. Somit findet Die Auslese hier ihr würdiges Ende und ich kann diese äußerst politische Dystopie vielen von Herzen empfehlen.




Vielen herzlichen Dank an Penhaligon für dieses tolle *Rezensionsexemplar.


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8 Kommentare

  1. Hallo liebe Jule,
    ich habe irgendwie erst ziemlich spät von dieser Reihe erfahren und dann habe ich nicht so große Lust gehabt sie zu lesen. Ich bin aber durchaus neugierig. Mittlerweile habe ich die unterschiedlichsten Meinungen zu diesen Teilen gelesen. :D Sowas fixt mich ja dann doch immer recht doll an. ^^
    Danke für deine schöne Rezension.

    Liebst, Lotta

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    1. Hallo Lotta!

      Also ich bin wirklich ein Fan der Reihe. Aber ich liebe Dystopien ohnehin und diese hier ist auch enorm politisch, was mich sehr anspricht. Ich denke, das muss man mögen aber wenn man genau das tut, dann ist Die Auslese sicher eine perfekte Reihe. Falls du die Bücher doch mal lesen solltest, bin ich auf deine Meinung schon sehr gespannt.

      Liebste Grüße
      Jule

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  2. Ich habe den dritten Teil ebenfalls begonnen, er konnte mich aber auf Anhieb nicht fesseln und ich habe ihn wieder zur Seite gelegt! Denke, werde nächste Woche einen zweiten Versuch starten! LG Verena

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    1. Hallo liebe Verena,

      oh nein! Ich habe allerdings viel negatives gehört. Der dritte Band ist wirklich ganz anders als seine Vorgänger aber mir persönlich hat er sehr gefallen, da er sehr politisch war. Ich drücke dir die Daumen, dass er dich beim zweiten Mal mehr fesseln kann.

      Liebst,
      Jule

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  3. Hallo Julia,

    ich mochte den Abschlußband genauso und finde ihn absolut gelungen und kann mich deiner Meinung nur anscließen. Die Trilogie bleibt für mich eine der besten und liebsten Dystopien überhaupt.

    Ich bin gespannt, was wir noch so alles von Joelle zu lesen bekommen werden.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo lieber Uwe,

      juhuuu! Noch jemand, der das Buch gern mochte. Da bin ich echt erleichtert, da Kücki und ich dachten, wir stehen mit dieser Meinung fast alleine da. Auch bezüglich der liebsten Dystopien kann ich dir zustimmen. Die Ausese kann sich für mich ganz klar von anderen abheben und ist für mich sehr einzigartig.

      Liebst,
      Jule

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  4. Hallo Julia. :)

    Ich muss dir jetzt mal ehrlich danken, für diese Rezension, denn nachdem sich die ersten negativen Rezensionen zum Buch häuften ist meine Lust zum Buch zu greifen stetig gesunken und ich hab es immer weiter vor mir her geschoben. Dank deiner Rezension hab ich aber neuen "Mut" gefasst und konnte es dann doch noch schneller lesen als gedacht und was soll ich sagen?
    Ich verstehe die ganzen negativen Rezensionen nicht wirklich, ist natürlich immer Geschmackssache und ich respektiere jede andere Meinung zu diesem Buch, aber mir ist es dann doch eher wie dir ergangen und ich persönlich muss auch sagen, dass der Abschluss wahrscheinlich der für mich beste Teil der Trilogie geworden ist. :)

    Alles Liebe
    Svenja

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    1. Oh, dann freue ich mich besonders, dass ich mit meiner Rezension solch einen Einfluss auf dich hatte ♥ Ich kann bei der Auslese gar nicht sagen, welcher Teil mir am besten gefällt. Ich glaube der dritte ist mit den anderen gleich auf. Allerdings glaube ich, dass die Enttäuschung der anderen darauf beruht, dass der dritte Band doch sehr anders ist als die anderen beiden und noch dazu weniger spannungsgeladen und mehr politisch. Das ist sicher nicht für jeden was und dann ist man sicher nach den ersten beiden Werken enttäuscht. Aber dass sie uns beiden gefällt, das freut mich umso mehr. ♥

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