Rezension | Die Reise der Amy Snow - Tracy Rees

5/29/2016


Die Reise der Amy Snow | von Tracy Rees | Verlag: List | erschienen am 14.03.2016 | Übersetzer: Elfriede Peschel | Klappbroschur | 480 Seiten | 14.99€ (D) Kaufen?



Ein Buch über zwei ungleiche Frauen, deren Freundschaft bis weit über den Tod hinaus andauert Als Baby wurde Amy Snow ausgesetzt. Mittellos und von allen gehasst wird sie auf dem noblen Hatville Court aufgezogen. Die schöne Tochter des Hauses, Aurelia Vennaway, ist Amys einzige Freundin und der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Als Aurelia jung stirbt, bricht Amys Welt zusammen. Aber Aurelia macht ihr ein letztes Geschenk: Ein Bündel Briefe, das Amy auf Schatzsuche schickt. Einen Code, den nur Amy entschlüsseln kann. Am Ende erwartet Amy ein Geheimnis, das ihr Leben verändern wird. Amy Snow begibt sich auf eine Reise quer durch England. (Quelle: Verlag)




Viel zu selten lese ich Bücher aus dem Genre der historischen Romane und gerade, als ich Amy Snow gelesen habe, fiel mir auf, dass es wirklich viel, viel zu selten ist. Ich war absolut begeistert von dem Buch, das kann ich vorweg schon sagen, und so habe ich eine große Lust bekommen, mehr in dieses Genre herein zu lesen. Auf das Buch aufmerksam geworden, bin ich eigentlich gar nicht durch das Genre. Erst einmal hat mich das Cover wie magisch angezogen, außerdem war es dann der Klappentext, der mich sofort für das Buch hat interessieren lassen. Die Reise der Amy Snow schien nicht nur ein historischer Roman zu sein sondern auch ein Buch, welches ein Geheimnis bewahrt, das es zu lösen gilt. Und so war es auch.

Als Aurelia im Winter ein kleines Baby im Schnee findet, halb erfroren und dem Tod nah, nimmt sie es mit nach Hause und dort wird die kleine Amy Snow auf Drängen Aurelias hin in den Haushalt aufgenommen. Das jedoch ohne Wohlwollen ihrer Eltern und obwohl Amy Snow von diesen in die Küche verbannt wurde, formt sich zwischen Aurelia und Amy eine tiefe Freundschaft, die über Stände, Anordnungen und Entfernungen hinweg geht und Amy auch über den Tod ihrer Freundin hinaus begleiten soll. Denn Aurelia wird krank und als die schreckliche Diagnose steht, dass sie früher oder später an dieser Krankheit sterben wird, reist sie für eine Jahr durch England und kehrt zwei Jahre vor ihrem Tod mit Geheimnissen nach Hause, von denen sie nicht einmal ihrer besten Freundin Amy berichten kann. Mit Aurelias Tod wird die nun siebzehn Jahre alte Amy aus dem Hause Vennaway verband und muss ihre bisherige Heimat Hatville Court verlassen. Doch Aurelia hat für sie vorgesorgt und schickt sie auf eine Reise, in deren Verlauf Aurelias Geheimnis gelüftet werden und Amy zu sich finden soll.

Aurelia und Amy haben mir unglaublich gut gefallen. Sie sind zwei starke Frauenfiguren und wie ich finde recht ungewöhnlich für ihre Zeit. Stark, selbstbewusst und vor allen Dingen selbstbestimmt setzen sie ein Zeichen und machen für mich einen große Reiz des Buches aus. Sie sind ein wenig anders, als eine Lizzie Bennett es ist und obwohl ich Lizzie sehr liebe, war das erfrischend und wunderbar. Gerade Amy macht darüber hinaus im Buch eine große Entwicklung durch, mit der ich am Ende sehr zufrieden war. Diese Entwicklung ist neben Aurelias Geheimnis, das man doch ein wenig erahnen kann, elementar für das Buch und darüber hinaus einer meiner Lieblingsaspekte. Denn aus dem kleinen unscheinbaren Findelkind in der Küche von Hatville Court wird eine starke Frau, die im Begriff ist eine Familie zu gründen und mit dieser so zu leben, wie sie es sich immer erträumt hat.


Auf ihrer Reise, der Schnitzeljagd, die Aurelia für sie organisiert hat, lernt Amy eine Menge wundervoller Menschen kennen, die sie positiv beeinflussen und sie sehen lassen, was Amy vom Leben wirklich will und was nicht. Darüber hinaus stürzt sie sich auch noch in ein Liebesdreieck, was eine Menge romantischer Momente mir reinbringt und ich muss zugeben, für Henry habe ich genauso sehr geschwärmt, wie für Mr. Darcy. Ich hatte erwartet, dass dieses Buch mit seinen fast 500 Seiten an vielen Stellen langweilig werden würde aber das war nicht der Fall. Auch, wenn die Schnitzeljagd nicht immer weitergeht, schenken die Charaktere dem Buch so viel Leben und es bekommt dadurch seine ganz eigene Spannung, die ich jetzt, wo ich das Buch beendet habe, sehr vermissen werde. 

Ich bin froh, mich mit Die Reise der Amy Snow an dieses Buch gewagt zu haben. Neben einer tollen Geschichte, einem großen Geheimnis und der Entwicklung Amys haben mir besonders die beiden Frauenbilder gefallen, die mit Aurelia und Amy erschaffen wurden und von starken, fortschrittlichen Frauen berichten. Mehr historische Romane sollten wie dieser sein. Dann würde ich mit Sicherheit öfter zu ihnen greifen.



Vielen herzlichen Dank an Ullstein für das zauberhafte*Rezensionsexemplar.




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2 Kommentare

  1. Huhu liebe Jule,
    das klingt nach einem richtig guten Buch, das mir auch gefallen könnte! Ich weiß auch nicht wie das passieren konnte, aber es ist plötzlich auf meinen Wuli gehüpft :D Tolle Rezension meine liebe ♥︎

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  2. Hallo :)
    Mir geht es da wie dir... ich lese auch kaum historische Romane (einen habe ich bis jetzt gelesen - weiß aber nicht ob der so richtig dazu zählt (Out of the Easy von Ruta Sepetys) und das ist auch eines meiner Lieblingsbücher. Ist auf deutsch auch schon erschienen), einfach weil mir beim Lesen diese Atmosphäre fremd ist und ich eher spannende Geschichten Familiengeheimnissen vorziehe.

    Nachdem ich deine Rezension gelesen habe, muss ich mir aber ehrlich eingestehen, dass es wirklich nicht so mein Fall zu sein scheint :D

    Trotzdem finde ich deine Rezi sehr informativ und es freut mich auch sehr für dich, dass du dieses Genre für dich entdeckt hast.
    Wenn du möchtest kannst du ja auch mal das von Ruta Sepetys lesen - empfehle ich dir definitiv.

    Alles Liebe,
    Jule

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