[Rezension] Die Glückssucher - Vera Kissel

by - 8/28/2015





Titel: Die Glückssucher
Autor: Vera Kissel
Verlag: Dressler
Erscheinungsdatum: 17.07.2015
Übersetzer: -
Format: Hardcover
Seiten: 250
Preis:  14.99€ (D) Kaufen?


Reihe: keine









Glück ist, was im Leben wirklich zählt.

Lukas, der vor Jahren seinen Vater verlor, hat in dessen Partner einen väterlichen Freund gefunden. Den braucht er auch, denn Lukas ist schüchtern, vor allem, was Mädchen angeht. Sein Kumpel Birol hingegen ist in zwielichtige Geschäfte verwickelt. Doch Lukas interessiert nur die schöne Kurdin Gülbahar - bis ein Unglück geschieht und Lukas erkennen muss, dass manche Katastrophen Menschen verbinden und andere sie trennen. (Quelle: Verlag)


Die Glückssucher hat mich durch sein wunderschönes Cover magisch angezogen und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte musste ich es unbedingt haben. Da war es für mich auch gar nicht schlimm, dass das Buch irgendwie ein Nachfolgeband zu Was die Welle nahm ist. Irgendwie, denn die beiden Geschichten sind wirklich komplett unabhängig voneinander lesbar. Auch wenn Die Glücksbringer zeitlich später datiert sind und so vielleicht das eine oder andere Detail vorweggenommen wird.


Ich habe mich besonders auf den Konflikt des Buches gefreut und war gespannt auf dessen Lösung. Lukas verliebt sich in Gülbahar und eigentlich ist Liebe schön und leicht. Aber eben nicht immer. So ist es auch bei Lukas nicht, denn Gül ist Kurdin und darf sich nicht mit einem anderen Jungen treffen. Erst recht nicht allein und Lukas Glaube und seine Nationalität sind nur ein weiteres Hindernis. Während des Lesens wurde ich aber in dem Punkt ein wenig enttäuscht. Für mich war der Konflikt nicht immer präsent und stand neben vielen anderen Konflikten nicht wirklich im Vordergrund. Ich habe mir ein wenig mehr in diese Richtung erhofft und von den anderen Problemen zu lesen, die Lukas plagen war zwar ganz schön und unterhaltsam aber die Liebe zwischen Gül und ihm und die daraus resultierenden Probleme sind meiner Meinung nach stark in den Hintergrund getreten und wurden auch letztendlich für mich nicht ausreichend geklärt. Dennoch muss ich sagen, dass Vera Kissel es durchaus geschafft hätte, es herumzureißen. Ich finde, sie kann sehr gut ernste Themen gekonnt in Büchern für Jugendliche packen. Sie schafft es Vorurteile und Klischees zu vermeiden und bringt wichtige Sachen schonend und perfekt auf den Punkt. Das betrifft nicht nur die Beziehung zwischen Lukas und Gül sondern auch andere wichtige Themen wie Homosexualität und Co. Und genau weil ich es weiß, dass sie es perfekt geschafft hätte, finde ich es so schade, dass ich diesen Punkt bemängeln muss.

Vera Kissel Schreibstil ist sehr besonders und erinnert erst einmal ein bisschen an den von Lilly Lindner. Er ist sehr verspielt, künstlerisch und ich brauchte tatsächlich erst einmal ein bisschen um herein zu finden. War diese Hürde aber erst einmal überwunden klappte es ganz gut und das Buch war schnell gelesen. Klappt ja auch ganz gut, mit seinen gerade mal 250 Seiten. Hier muss ich jedoch auch wieder sagen, dass gerade wegen meinem großen Kritikpunkt oben 50-100 Seiten mehr wahrscheinlich recht förderlich gewesen wären und ich diese auch mit dem größten Vergnügen gelesen hätte.

Mit Lukas konnte ich nicht so wirklich warm werden. Das war jedoch auch eigentlich der einzige Charakter im Buch. Bzw. der einzige Charakter bei dem es mich gestört hat. Er ist schließlich der Protagonist. Ich fand ihn furchtbar oberflächlich. Er hat seitenlang darüber nachgedacht, wie Gül aussieht und was sie trägt, hat sich ihre Haare vorgestellt etc. Aber das, was mich an Gül am meisten fasziniert hat und was sie für mich zu meiner Lieblingscharakterin gemacht hat, das war nicht ihr Aussehen, was ich nicht mal gesehen habe und mir nur vorstellen konnte. Es war ihr Charakter. Selten habe ich einen so liebenswerten Charakter beschrieben gesehen. Mein absoluter Favorit war außerdem Kim, der Lukas immer warmherzig und mit Rat und Tat zur Seite stand und ihn als seinen Sohn angesehen hat.


Das Ende war, wie oben schon mal kurz erwähnt, für mich nicht ganz zufriedenstellend. Die Lösung der ganzen Sache kam viel zu plötzlich und viel zu schnell und ist für mich auch nach längerem überlegen nicht so wirklich befriedigend. Das hätte ich mir auch deutlich anders erhofft.





Die Glückssucher ist ein Buch, das mich sehr gespalten zurück lässt. Vera Kissel ist eine sehr talentierte Autorin, die mit Worten umzugehen weiß und ernste Themen geschickt verpacken kann. Ich habe mir jedoch ein bisschen mehr von dem Hauptkonflikt erhofft und auch eine zufriedenstellendere Lösung von diesem. Außerdem kam ich mit Lukas nicht klar während mir viele andere Charaktere sehr sympathisch waren. Deshalb gebe ich Die Glückssucher letztendlich leider nur 3 von 5 Füchschen. 




an lovelybooks, Katja und Dressler denn ich habe dieses Buch für eine *Leserunde dort bekommen. 




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4 Kommentare

  1. Schade; grade dieses Buch war für mich persönlich interessanter als die letzte Rezension! :D Der Klappentext war eigentlich vielversprechend. Ärgerlich, wenn ein vermeintlich gutes Buch sich als nicht so toll herausstellt, weil es bei einigen Dingen hapert. Besonders das anscheinend lasche und unüberlegte Ende ist schade.

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    1. Ja und genau der Klappentext ist es auch, der mir so viel Lust auf das Buch gemacht hat und mich dann so enttäuscht hat. Das hätte man wirklich alles besser machen können.

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  2. Das Cover finde ich auch sehr schön und ich räume jetzt ehrlich ein, dass deine Rezi aber irgendwie dann doch mein Interesse sowohl an "Was die Welle nahm" als auch an "Die Glückssucher" geweckt hat, jetzt zwar nicht so sehr, dass ich es grad jetzt und sofort ganz unbedingt lesen will, aber ich speicher mir die Bücher trotzdem mal ab! ;)

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  3. Ich habe die Glückssucher auch gelesen und war ebenfalls leider nicht vollständig überzeugt, trotzdem bin ich nun neugierig auf Was die Welle nahm! :)

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