[Rezension] Häkelenten tanzen nicht - Jennifer Wolf und Alexandra Fuchs

1/16/2015





Titel: Häkelenten tanzen nicht
Autor: Jennifer Wolf und Alexandra Fuchs
Verlag: Carlsen impress
Erscheinungsdatum: 08.01.2015
Format: eBook
Seiten: 183
Preis:  3.99€ (D) Kaufen? 

Reihe: keine












Eigentlich wollte Sam Frank schreiben. Und eigentlich wollte Alice Sam nur sagen, dass sie nicht Frank ist. Doch dann kamen die Häkelenten dazwischen. Diejenigen, die auf dem Klopapier von Sams Oma saßen. Und die Silvesternacht, in der Sam nicht ganz lesbare Neujahrsgrüße verschickte. An Alice. Die zurückschrieb. Und Sam, der antwortete. Bis sie beide nicht mehr aufhören konnten… (Quelle: carlsen.de)

Ich muss wirklich aufpassen, dass ich Ordnung in diese Rezension bekomme. Langsam und bedächtig schreiben, denn Häkelenten tanzen nicht hat mich wirklich ein bisschen verwirrt bzw. meine Meinung zu dem Buch. Sollte ich die in ein Zitat fassen, wäre „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ wohl die beste Wahl. Auf der einen Seite gibt es so viele tolle Punkte, die ich an dem Buch liebe aber es gibt auch Dinge, die mir so gar nicht gefallen haben.

Starten wir erst mal mit dem Schreibstil der Autorinnen. Der hat mich gefesselt. Denn obwohl ich immer wieder über einige Sachen den Kopf schütteln musste, war der Schreibstil sehr flüssig und fesselnd. Besonders gut haben die beiden die Chatsprache rübergebracht. Die ist ja doch ein bisschen anders als in normalen Gesprächen und erst recht anders als in normalen Büchern. Das war definitiv einer dieser Punkte, der mir gefallen hat.

Auch Sam und Alice habe ich ins Herz geschlossen. Besonders Sam, dessen Schicksal mich doch sehr berührt hat, denn er ist taub. Natürlich ist er das gewohnt, lebt damit schon seit immer und braucht einfach kein Mitleid. Doch gerade, wenn er anfängt Kontakt mit Alice zu bekommen merkt man, wie sehr es ihn stört und das hat mir so unendlich leid getan und ich habe ihn in mein Herz geschlossen. Auch Alice ist ein tolle Protagonistin und noch dazu ziemlich stark. Auch, wenn ich von ihr nicht so voll und ganz begeistert bin, wie von Sam. Die Nebencharaktere, vielleicht mit Ausnahme von Sams Schwester Ina, sind auch alle sehr interessant aber meiner Meinung nach leider zu blass und zu wenig ausgearbeitet, was ich sehr schade finde. Ina hat sich dafür aber schon gleich zu meiner Lieblingsnebencharakterin entwickelt. Sie ist einfach zu süß.

Die Idee mit dem Chat-Roman finde ich toll. Ich war früher auch sehr begeistert von den PinkMuffin@BerryBlue Büchern und habe mich so sehr auf das Buch gefreut. Wie schon oben erwähnt wurde das sprachlich auch sehr toll umgesetzt. Was mich an Chat-Romanen so sehr reizt ist, dass sie eigentlich nur in der Chat-Welt spielen. Das heißt, selbst, wenn sich die Charaktere im echten Leben treffen bekommen wir das, was sie erlebt haben nur mit, wenn sie danach im Chat darüber schreiben. Leider war das bei Häkelenten tanzen nicht nicht der Fall, was mich deshalb ein bisschen enttäuscht hat. Sam ist zwar taub, hat aber ein Gerät, was ihm das Hören ermöglicht. Dummerweise stimmt, wenn Sam und Alice sich sehen, immer etwas mit diesem Gerät nicht und sie kommunizieren über Whatsapp. So war dieser Zauber ein bisschen weg, was ich persönlich sehr schade finde.

Die Idee bzw. die Problematik in der Geschichte gefällt mir wieder sehr gut. Im Vordergrund steht natürlich das Thema Fernbeziehung. Die bringt schon einige Schwierigkeiten mit sich. Eifersüchtige Ex-Freundinnen, das Vermissen, Eifersucht. Ist das nicht schon schlimm genug, wird die ganze Sache noch dadurch erschwert, dass Sam taub ist, was natürlich ganz große Kommunikationsschwierigkeiten mit sich bringt und auch irgendwie zwei Welten aufeinander prallen lässt. Und wäre das alles nicht schon kompliziert genug kommt außerdem noch hinzu, dass Alice gerne und professionell tanzt und die Musik ihre Leidenschaft ist. Damit kann der taube Sam ja nun gar nicht so viel anfangen und die beiden stehen vor einer Menge Schwierigkeiten. Und es hat mir auf der einen Seite wirklich Spaß gemacht den beiden zuzusehen, bzw. zu lesen, wie sie ihre Probleme lösen und Stück für Stück ein bisschen glücklicher werden, auf der anderen Seite konnte ich teilweise nur den Kopf darüber schütteln, wie überspitzt und naiv manches dargestellt wurde. Alice war oft zu aufbrausend, undurchschaubar, kindisch. Sam war zu mitleidig, ertrank das eine oder andere Mal fast im Selbstmitleid. Teilweise wurden eher harmlose Situationen überspitzt dargestellt, manche Situationen wurden irgendwie ins Lächerliche gezogen wie zum Beispiel, dass Sam und Alice ständig betrunken sind und sich unglaublich merkwürdige Nachrichten schreiben, was ich irgendwie ein bisschen albern fand und meiner Meinung nach nicht wirklich in ein Buch gehört. Auch wurden oft Nebenstränge angefangen, wie zum Beispiel die Sache mit Sams Exfreundin Nora oder die mit Alices Tanzlehrer Ben, und dann jedoch nicht zufriedenstellend gelöst und der Leser ein bisschen im Unklaren gelassen. Diese beiden Sachen haben mich neben der Tatsache, dass dieser Chatroman-Zauber manchmal verloren ging, wie oben erwähnt, am meisten gestört und dazu geführt, dass ich das Buch nicht ganz so sehr genießen konnte, wie ich es gerne getan hätte.


Ich muss jedoch sagen, dass ich gerne mehr über Sam und Alice lesen würde. Vielleicht nicht in Form eines Chat-Romans sondern als ganz normaler Roman, der an das Ende von Häkelenten tanzen nicht anknüpft.


Obwohl ich von der Idee, der Thematik und Problematik sowie von Sam und Alice sehr überzeugt und begeistert bin, gab es an dem Buch jedoch auch viel zu kritisieren und zu bemängeln, weshalb ich Häkelenten tanzen nicht nur 3 von 5 Füchschen geben kann. Ich hoffe jedoch wirklich auf einen weiteren Roman um Sam und Alice und hoffe, dass der mich noch mehr überzeugen kann.

an den impress-Verlag für die Bereitstellung des *Rezensionsexemplars!

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6 Kommentare

  1. Hallo,
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    Liebe Grüße!

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  2. Hallie hallo,

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    http://bloggingrenate.blogspot.de/2015/01/sisterhood-of-world-bloggers-award.html

    Liebe Grüße,
    Renate Sabine
    (aka. BloggingRenate)

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  3. Hm, eigentlich klingt das Buch echt gut und ich mag ja irgendwie Chatromane... ;) Aber dass sie, selbst wenn sie sich treffen, über WA kommunizieren, weil gaaanz zufällig dieses Gerät kaputt ist, scheint ja sehr simpel von der Autorin gelöst worden zu sein, ich glaub, das fänd ich auch blöd... :( Hm, und auch sonst klingt das, was du beschreibst nicht so wahnsinnig toll :(
    Ich denke, ich behalte das Buch einfach im Hinterkopf, falls ich es mal in der Bücherei sehe, mehr aber auch nicht ;)
    Und hachja, die PinkMuffin@BerryBlue Bücher :D

    Liebe Grüße
    Chrisi

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  4. Ich mag Chatbücher eigentlich auch richtig gern, da der Schreibstil mal ein bisschen anders und auch sehr schnell und einfach zu lesen ist. Das Buch hat mich aber leider überhaupt nicht interessiert, der Klappentext klang einfach total verwirrend. Immerhin bin ich nun nicht enttäuscht.
    Trotzdem eine tolle Rezi ^^

    Liebst ♥ Kathi

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  5. Hallöchen :)
    ach Mensch, das ärgert mich ein bisschen, dass dir das Buch nicht gefallen hat. Ich weiß nicht warum, aber ich lese unheimlich gerne solche Chat-Romane. Ich mochte auch "Im Pyjama um halb 4" sehr gerne. Vielleicht schaue ich mir das Buch irgendwann nochmal näher an, aber erstmal ist es von meiner Liste heruntergerutscht.

    Liebst, Lotta

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  6. Huhu :-)

    Soeben ist mein Rezigramm zu "Häkelenten tanzen nicht" online gegangen und nun musste ich gleich mal schauen, was andere so zu dieser Geschichte meinen. Ich kann deine Kritikpunkte alle unterschreiben. Mich hat es vor allem gestört, dass die Chats so durchgezogen wurden, denn in einigen Situationen hätte ich nur zu gerne einen Perspektivenwechsel gehabt. Warum soll man sich per Whatsapp schreiben, dass man sich nun gerne küssen würde? Ich meine, auch wenn das Gerät defekt ist, gibt es doch Augenkontakt Körpersprache und er kann ja auch noch von den Lippen ablesen ...
    Da mir die Lektüre trotzdem Spass gemacht hat, gab es trotzdem noch eine etwas bessere Bewertung.

    lg Favola

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