[Rezension] Die Janus-Protokolle - Turhan Boydak






Titel: Die Janus-Protokolle
Autor: Turhan Boydak
Verlag: Dotbooks Verlag
Erscheinungsdatum: 06.05.2014
Format: eBook
Seitenanzahl: 518
Preis:  6,99€ (D)

Reihe: keine






Nach dem vermeintlichen Unfalltod seines Freundes stößt der New Yorker Journalist Jason Bradley in dessen Hinterlassenschaften auf eine für ihn bestimmte Nachricht. Sie führt ihn zu einem von der Bundespolizei gesuchten Computerhacker, der unter dem Pseudonym Veritas Verschwörungstheorien im Internet veröffentlicht. Diesen Theorien zufolge arbeiten mehrere große Internet- und Softwareunternehmen mit den amerikanischen Nachrichtendiensten zusammen. Durch seine Nachforschungen gerät Bradley zunehmend ins Fadenkreuz amerikanischer Geheimdienste und muss schließlich sogar um sein Leben fürchten. Gnadenlos, brandaktuell, beklemmend: Wenn Verschwörungstheorien und der gläserne Mensch bittere Realität werden!



Der Klappentext beschreibt den Inhalt schon sehr gut. Hinzuzufügen wäre noch, dass neben Bradley und Veritas auch noch ein dritter dem Geheimnis um Janus auf der Spur ist. Michael Robards stößt durch seinen Adoptivbruder auf eine mysteriöse Namensliste und muss bald feststellen, dass seine Familie in die Sache verwickelt zu sein scheint.
Die Idee ist ganz toll und hat auch einen richtig tollen Realitätsbezug. Es geht um die Ausspähung im Internet und um den „gläsernen Menschen“, der dabei entsteht. Nebenbei kommen die Protagonisten auch noch einer Verschwörungstheorie auf die Spur und sie vermuten die CIA dahinter. Hier haben wir auch wieder einen Realitätsbezug, wenn man an die CIA-Affäre und Snowden denkt. Für die, die sich mit dem Internet, Cookies und Co. nicht so gut auskennen hat Turhan Boydak (als Veritas, haha) in sein Buch auch viele hilfreiche Erklärungen geschickt eingebaut. Also keine Sorge, wenn ihr euch nicht mit sowas auskennt.


Der Schreibstil ist klar und wenig umschreibend. Eher erzählend. Obwohl ich eher auf verträumtere Stile stehe fand ich den, den Turhan Boydak hier gewählt hat, sehr passend, da es sich bei den Janus-Protokollen ja um einen Thriller handelt.  Die Kapitel sind sehr klein und grade am Anfang hat die Erzählperspektive häufig gewechselt. Das war aber keinesfalls störend. Die kurzen Kapitel bauen sehr viel Spannung auf und findet ein Ortswechsel/Zeitwechsel statt, wird das am Anfang des Kapitels durch die Nennung von Zeit und Ort bekanntgegeben.




In dem Buch gab es mal wieder eine Personenüberflutung. So viele, dass ich mir erst mal eine Aufstellung und zahlreiche Vernetzungen auf ein Blatt skizzieren musste. Danach ging es aber und ich kam gut klar. Besonders zu Beginn sind es halt sehr viele, die aber auch im Verlaufe des Buches unwichtiger werden. In dem Buch geschehen viele Morde und so gibt es auch einige Rückblenden, sodass nochmal viel mehr Personen zusammenkommen.
Die Hauptpersonen gefallen mir alle sehr gut. Die Protagonisten sind mir alle sehr sympathisch. Die Bösen sind eben richtig fies und überhaupt nicht liebenswert. So muss das sein! Trotzdem hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle gewünscht, dass ich ein genaueres Bild von den Charakteren bekomme. Obwohl das für einen Krimi/Thriller nicht unbedingt wichtig finde waren sie mir einfach ein bisschen zu blass.



Wie schon erwähnt, sind die Fülle von Personen und die nicht so genaue Ausarbeitung der Protagonisten ein negativer Kritikpunkt. Was mich auch etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass in dem Buch so unglaublich viele Menschen sterben. Dabei geht es nicht um die Rückblicke der Todesfälle aus der Vergangenheit. Die sind sehr wichtig um alles zu verstehen und um hinter die Verschwörungstheorie zu kommen. Ich meine Personen, die wir im Buch mehr oder weniger kennengelernt haben und die in einer sehr engen Beziehung zu den Protagonisten stehen/standen. Das war mir an einigen Stellen einfach zu viel und das muss man aushalten können.

Soviel zu Negativen. Das Positive überzeugt hier eher. Die Story ist richtig gut und durchdacht ausgearbeitet. Es ist ein Thriller, der alles hat was er braucht: Verschwörungen, Morde, Verfolgungsjagden und viele offene Fragen. Zudem finde ich, wie oben schon gesagt die Idee einfach nur toll, da sie sehr aktuell und realistisch ist und den Leser auch sehr zum nachdenken anregt.



Die Janus-Protokolle ist ein Thriller, der für mich sehr gelungen ist und aktuelle Probleme sehr gut auffasst. Er ist sehr spannend,  leicht und angenehm zu lesen und bekommt von mir deshalb 5 von 5 Füchschen.

Turhan Boydak gehört jetzt definitiv mit auf meine Autorenliste und ich freue mich schon, weitere Bücher von ihm zu lesen. Danken möchte ich an dieser Stelle lovelybooks und dem dotbooks Verlag für die Bereitstellung der Leseexemplare und die Durchführung der Leserunde sowie dem Autor Turhan Boydak dafür, dass er die Leserunde so toll geleitet hat und immer für unsere Fragen zur Verfügung stand.