[Lets talk about] Wie bewerte ich Bücher richtig

9/11/2014

Hallo meine Lieben,

ich habe heute spontan eine neue Rubrik auf meinem Blog gegründet. Schon länger lag mir mal das eine oder andere auf der Seele, was ich euch gerne berichten würde aber ich wollte das dann nie in in einem Beitrag zusätzlich erwähnen sondern schon länger eine Rubrik wie "Lets talk about" eröffnen.


Letztendlich habe ich das heute gemacht, weil mir das Thema "Ein Buch bewerten" momentan wirklich auf der Seele liegt.
Ausgelöst hat das eine Rezi zu Steelheart, die ich gelesen habe. Den Link zu meiner Steelheart Rezension findet ihr >>hier<<. Ich bin ja sehr aktiv auf lovelybooks und bin da neulich über eine Rezension zu Steelheart gestolpert, die das Buch mit 2 Sternen bewertet hat. Da ich ja, wie ihr vielleicht wisst oder in der Rezension gelesen habt, war ich sehr begeistert von Steelheart, da es auf der einen Seite ein aktiongeladenes Buch ist, was auch super für Jungs geeignet ist, auf der anderen Seite geht es aber auch sehr tief und hinterfragt vieles.
Schlechte Rezensionen zu Büchern, die ich nicht so toll fand lese ich mir natürlich immer noch mal durch aber bei der Rezension war ich ziemlich verwirrt: Die Lovelybookerin lobt alles, die Figuren, die Idee, die Auseinandersetzung und das Hinterfragen von bestimmten Sachen. Ich hatte beim lesen wirklich das Gefühl eine 4 Sterne-Rezi vor mir zu haben, da sie wirklich nur die vielen Aktionszenen und die vielen Infos über Waffen kritisiert hat. Am Ende findet man jedoch das 2 Sterne-Fazit mit der Begründung: War wohl einfach nichts für mich.

Dabei hat sich mir natürlich die Frage gestellt: Darf man das? Ist es richtig ein Buch so zu bewerten? Es war ja hier ganz klar irgendwo die falsche Zielgruppe aber das war doch auch, wenn man sich Cover und Klappentext ansieht ersichtlich, dass es kein Buch a la Twilight wird oder? Wie seht ihr das?


Deshalb möchte ich euch heute zeigen, wie ich Bücher bewerte. Ihr kennt ja mein Bewertungssystem mit 1-5 Füchschen. Damit das überhaupt funktioniert ist es wichtig, dass ich nicht alle Bücher auf eine Ebene stelle. Wenn ich das tun würde, würden Bücher von Goethe, Schiller, Büchner und Co. 5 bekommen, richtig tolle Autoren wie John Green, J.K. Rowling und Co. bekämen dann 4 und es blieben 3 Füchse für wirklich tolle Bücher. Das funktioniert so nicht. Das ist klar.

Bücher werden für gewissen Zielgruppen geschrieben und vermarktet. Ich kann kein Buch, das für 12-jährige geschrieben wurde lesen und dann sagen, dass es mir zu kindisch war. Genauso wenig kann ich ein historisches Buch lesen (kleine Notiz: ich HASSE historische Bücher), ihm nur 2 Füchschen geben und sagen: War nicht so meins. Teilweise muss ich mit 20 Jahren schon stark bei Jugendbüchern aufpassen (die ich ja wirklich hauptsächlich lese) um nichts falsch zu bewerten...

Ich habe zu jedem Buch eine Erwartungshaltung. Ich kann ein Buch von Kerstin Gier nicht mit Gossip Girl oder Tagebuch eines Vampirs gleichsetzen. Das ist klar. Aber ich weiß vor dem Lesen, was ich lese und welche Erwartungen ich von dem Buch habe. So kann mich eine Bestsellerautorin auch mal total enttäuschen und bekommt nicht so viele Füchse wie ein Buch, dass vielleicht nur im Auftrag von jemand unbekanntem für eine Fernsehserie geschrieben wurde aber unerwartet gut war. Hier seht ihr nochmal, wann sich ein Buch wie viele Füchschen verdient:

 Ich habe das Buch GELIEBT. Es hat meine Erwartungen übertroffen oder war ganz und gar perfekt und ich finde eigentlich nichts zum Meckern.

 Das Buch war toll und hat meinen Erwartungen entsprochen. Eventuell gab es kleine Dinge, die mich gestört haben und es nicht ganz perfekt gemacht haben.

 Das Buch war zwar nicht wirklich schlecht, hatte aber Schwächen, die beim Lesen gestört haben.Meine Erwartungen konnten nicht ganz erfüllt werden.


Das Buch hatte deutliche Schwächen und beim Lesen hat mich vieles gestört. Es kann auch sein, dass der Klappentext einfach nicht zutrifft etc. Ganz klar keine Leseempfehlung.

Ein Buch, das ein Füchschen bekommt ist eigentlich nur ein Buch, das ich abgebrochen habe. Es ist so schlecht geschrieben, dass ich es nicht weiterlesen wollte und es auch später nicht nochmal zur Hand nehmen werde.


Ich hoffe, ihr habt einen guten Überblick darüber bekommen, wie ich Bücher bewerte. Ich würde mich über eure Meinungen freuen. Seht ihr die Steelheart-Sache so wie ich? Seid ihr auch der Meinung, dass man Bücher so nicht bewerten sollte oder findet ihr, dass ich mich unbegründet darüber aufrege? Stimmt ihr meiner Art Bücher zu bewerten zu? Wie macht ihr das?

♥ Jule

You Might Also Like

11 Kommentare

  1. Huhu Jule :)

    Ein interessanter Beitrag! Im ersten moment hab ich mich echt erschorcken, da ich gerade selber an einem Blogbeitrag arbeite, in dem es ebenfalls ums richtige Bewerten etc. geht. Ob ich ein fehlerhaftes Buch trotzdem mit 5 Sternen bewerten kann, wenn es mich nächtlang wachgehalten hat und mich einfach nicht loslgelassen hat. Naja, deswegen dachte ich, wenn du jetzt auch sowas schreibst, dann wirkt das irgendwie abgeguckt.

    Aber in deinem Beitrag geht es glücklichweise um was anderes :)

    Ich verstehe deinen Punkt echt gut. Natürlich kann man viele verschiedene Bücher nicht auf eine ebene Stellen. Sonst hätte ich niemals sowohl "Perfekt ist Jetzt" als auch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" mit 5 Sternen bewertet. Das eine ist ein Buch, dass das Leben nicht so ernst nimmt, in dem es viele Scherze gibt und das auf den ersten Blick belanglos wirkt. Das andere ist tieftraurig, ernst und man sieht sofort, dass das hier tiefgründig und emotional wird. Trotzdem haben beide meine erwartungen übertroffen und mir sehr gut gefallen.

    also ein toller Beitrag :)

    Liebe Grüße
    Kücki ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Kücki :)

      Haha das war wohl so etwas wie Gedankenübertragung aber doch ein bisschen in unterschiedliche Richtungen. Auf deinen Beitrag bin ich schon sehr gespannt. Aber ich glaube nicht, dass das abgeguckt wäre. Es gibt sicher schon tausende Beiträge dieser Art und irgendwann findet man einfach nichts neues mehr.... :)

      Freut mich, dass du es so siehst wie ich. Es ist sowohl vom Thema her so aber auch von der Art des Buches. Als mal im Ernst: Stefans Diaries hätte bei uns bewertungsmäßig so versagt hätten wir es mit einem Buch wie Perfekt ist jetzt verglichen, oder? :D

      Löschen
  2. Hey :)

    Ein interessanter Beitrag, da stimme ich Kücki zu.

    Für mich ist es so: Ich sehe ein Buch, ich schaue es mir an, lese mir die Kurzzusammenfassung durch UND lese in den meisten Fällen einige Seiten rein. Erst dann habe ich das Recht, dem Buch gegenüber eine Erwartung zu haben. Bei Hype-Büchern ist es immer bisschen anders. Wenn alle Welt davon schwärmt, dann hofft man zumindest, dass man genauso euphorisch schein wird, wie alle anderen.

    Was die Bewertungen & Rezensionen angehen, kann man ein Buch nicht objektiv bewerten. Man kann es lediglich objektiv beschreiben, vorstellen. Eine eigene Meinung bildet man sich immer subjektiv. Daher kann es auch mal vorkommen, dass so tolle Bücher wie Steelhart oder Daughter of Smoke and Bone (ich liebe das Buch), bei anderen nicht so toll ankommen wie bei uns, die die Bücher super fanden.

    Für mich ist das so, wenn jemand mein Lieblingsbuch kritisiert und eine nachvollziehbare Rezension schreibt, kann ich damit leben ;)
    Und wenn die Person einfach nur das Buch fertig machen möchte, weswegen auch immer, dann ist das halt so. Kann man auch nichts machen ;)

    Alles Liebe ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Carly :)

      Ja, ernst gemeinte Rezis, bei denen ich die Kritik nachvollziehen kann machen mir auch nichts aus. Ich finde es auch immer super interessant zu lesen, was genau dann nicht so gepasst hat und kann das dann auch voll verstehen. Es kann ja nicht jeder den gleichen Geschmack haben. Aber deine Ruhe, wenn du so eine schlecht begründete Rezi liest hätte ich ja auch gerne. :)

      Löschen
  3. Toller Beitrag<3
    Ich finde es ganz wichtig, dass man weiß, für welche Zielgruppe das gelesene Buch ist...
    Denn für die ist es ja eigentlich auch geschrieben und sollte für die Altersgruppe verständlich sein...
    Dass Bücher für 10jährige "einfacher" geschrieben sind, als "Erwachsenenromane", das ist ja eigentlich klar.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hoffentlich ist es okay für dich, dass ich das Thema auch auf meinem Blog aufgegriffen habe! ( http://lenasbuecherwelt.blogspot.de/2014/09/bin-ich-die-zielgruppe.html#more ) Es hat mich einfach beschäftigt^^

      Löschen
    2. Huhu Lena,

      na klaro. Kein Problem. :) Freut mich doch immer, wenn ich euch "inspiriere" :D

      Löschen
  4. Das Bewerten von Büchern ist meiner Meinung nach auch wirklich nicht immer einfach. Anfangs hatte ich auch ein 1-5 Sterne System, habe es dann aber aufgegeben, weil ich manchmal echt unsicher war, ob es nun 3 oder 4 Sterne werden sollten (als Beispiel jetzt). Deswegen unterscheide ich jetzt nur in "empfehlenswert" und "nicht empfehlenswert". Was nicht heißt, dass jedes Buch, dass ich empfehle, top ist und alle anderen mega schlecht. Man muss dann schon die Einschränkungen beachten, die ich dabei mache. ;)

    Was jetzt die Rezension zu Steelheart angeht: wenn man ein Buch besonders mag und dieses dann schlecht bewertet wird, fragt man sich natürlich öfter mal, wie das gehen kann. Ich habe jetzt die Rezension nicht gelesen, aber natürlich ist die Bewertung legitim. Sie wollte das Buch anscheinend nicht so runtermachen, aber letztenendes hatte sie nicht das Gefühl, dass das Buch sie anspricht. Aber gut, ohne die Rezension gelesen zu haben, ist eine Beurteilung auch schwierig.

    Dass man darauf achten sollte, für wen das geschrieben ist, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Allerdings ist, wie gesagt, das Bewerten nicht immer ganz einfach und doch eher subjektiv als objektiv, egal, wie viel Mühe man sich gibt. Da außerdem jeder immernoch für sich selbst entscheidet, welches Buch er liest, sehe ich das mit den Rezensionen nicht so eng. Damit das Bloggen "ungezwungen" bleibt, finde ich schon wichtig, dass jeder seine Meinung so äußern darf, wie er will.
    Denn, wenn ich ein Buch unbedingt lesen will, kann mich keine noch so schlechte Rezension davon abhalten - andersrum genauso.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das habe ich bei dir auch gesehen. Finde ich auch überhaupt nicht schlecht und deine Fazits helfen mir auch immer super weiter. Ich habe halt echt nur ein Problem damit. dass ich dann quasi ein Buch, was für mich ein richtiges Highlight ist genau auf die gleiche Schiene stelle, wie ein Buch, das ich gerne gelesen habe und mehr auch nicht.

      Es stimmt schon, dass jeder seine Meinung offen sagen darf aber ich finde, auch wenn mir ein Buch nicht so zusagt kann ich ein paar grundlegende Sachen ja trotzdem bewerten, wie zum Beispiel den Spannungsaufbau, ob die Idee neu ist, wie gut die Protagonisten ausgearbeitet sind usw. Und wenn das alles stimmt muss man einem Buch ja nicht gleich 3 Sterne abziehen. Das ist schon heftig.

      Löschen
  5. Hi, :-)
    Das ist ja witzig.. Ich habe gerade selbst so einen ähnlichen beitrag auf meinem Blog verfasst, weil ich mich in sowas auch richtig schön reinsteigern kann und es gemein finde.
    ich bin mir jetzt noch etwas unsicher.. Ich berwerte momentan nämlich auch noch mit dem Sterne Prinzip.. Ich bin aber am überlegen ob ich das nicht einfach weglasse.
    Deine Bewertung ist jetzt zum Beispiel sehr ähnlich wie meine. Aber ich hatte es einfach auch schon einige male, dass einige Leute ein Buch richtig richtig gut Beschrieben haben für mich klang das immer wie ein4 oder sogar 5 Sterne Buch und dann kamen imm nur drei oder so und ich frage mich immer was das soll.
    Aber wie gesagt das Bewerten ist auch ein sehr schweres Thema wie ich finde. Und du hast das schon sehr gut auf den Punkt gebracht.. :-)
    Liebe Grüße Jenny

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Jenny,

      ja, das ist ja auch ein Thema, über das man sich immer Gedanken machen kann und eine eindeutige und richtige Antwort wird es wohl nie geben. Danke für deinen langen Kommentar. :)
      Das weglassen von Sternen oder sonstigem st aber nichts für mich, da man dann Bücher nur noch in empfehlenswert und nicht empfehlenswert einteilt und ich finde, dass man dann sogar nur noch 2 Auswahlmöglichkeiten hat.

      Gut finde ich halt generell, wenn jeder Blogger oder jeder Rezension-Schreiber sich einfach Gedanken macht und für sich entscheidet, für was er wie viele Sterne gibt und ich denke, dass man so gerechter Sterne verteilt.


      Löschen